Rostocker Tafel in Not: Kampagne 'Ein Quadratmeter Hoffnung' soll 1500 Haushalte retten
Rostocker Tafel kämpft ums Überleben: Neue Kampagne gestartet

Rostocker Tafel in existenzieller Not: Kampagne soll 1500 Haushalte retten

Seit drei Jahrzehnten leistet die Rostocker Tafel unverzichtbare Hilfe für Menschen in Not – doch nun steht die Hilfsorganisation selbst vor einer existenziellen Krise. Die drastisch gestiegenen Betriebskosten und Benzinpreise infolge des Iran-Krieges und der anschließenden Inflation in Deutschland bedrohen die kontinuierliche Versorgung von rund 1500 Haushalten wöchentlich. Das entspricht monatlich etwa 3500 bis 5000 Menschen, die auf die Unterstützung der Tafel angewiesen sind.

Fatale Entwicklung: Nachfrage steigt, Spenden sinken

Rolf Gauck von der Diakonie Rostocker Stadtmission, unter deren Dach die Rostocker Tafel seit 2016 als Tochtergesellschaft agiert, schildert die alarmierende Situation: „Besonders Menschen mit Grundsicherung, Bürgergeldbezieher und Rentner mit niedrigen Lohnrenten spüren die gestiegenen Kosten am stärksten.“ Während die Nachfrage nach Lebensmittelhilfe deutlich zunimmt, gehen die Spendenbeträge spürbar zurück. „Statt der früheren 50 oder 100 Euro erhalten wir jetzt häufig nur noch 10 bis 20 Euro pro Spende“, erklärt Gauck die prekäre Finanzlage.

Kampagne 'Ein Quadratmeter Hoffnung' als Rettungsanker

Um die Hilfe für die bedürftigen Menschen in Rostock langfristig zu sichern, haben Rolf Gauck und Diakonie-Prokuristin Beate Kopka die Kampagne „Ein Quadratmeter Hoffnung“ ins Leben gerufen. Diese Initiative soll nicht nur dringend benötigte Spenden mobilisieren, sondern auch ehrenamtliches Engagement und öffentliche Aufmerksamkeit für die kritische Situation der Tafel wecken.

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Hintergrund der akuten Notlage ist der kürzlich erfolgte Kauf der Sammelstelle An den Griebensöllen 5 in Rostock-Schutow durch die Rostocker Stadtmission im März. „Als das Grundstück überraschend zum Verkauf stand, entschied sich die Rostocker Stadtmission zum Kauf, um die Arbeit der Tafel langfristig zu sichern“, erläutert Beate Kopka. Dieser notwendige Schritt stellt die Organisation jedoch vor immense finanzielle Herausforderungen, denn ohne diese zentrale Sammelstelle fehlen essentielle Infrastrukturen:

  • Stellplätze für Fahrzeuge
  • Kühlmöglichkeiten für Lebensmittel
  • Logistische Kapazitäten für die tägliche Sortierung
  • Ausreichende Lagermöglichkeiten

Symbolische Patenschaften und dringender Helferbedarf

Die Kampagne „Ein Quadratmeter Hoffnung“ ermöglicht es Unterstützern, symbolisch eine Patenschaft für einen Quadratmeter der Tafel-Einrichtung zu übernehmen und so direkt zur Finanzierung des Standorts beizutragen. Geplant sind öffentlichkeitswirksame Aktionen beim Tag der Städtebauförderung und beim Stadtfest am 2. Juli am Kröpeliner Tor.

Das übergeordnete Ziel ist klar definiert: Mehr Spenden einwerben, zusätzliche Ehrenamtliche gewinnen und verlässliche Partnerschaften mit dem Handel sowie lokalen Unternehmen etablieren. Nur so können die 15 Ausgabestellen mit ihren 17 wöchentlichen Ausgaben in der Hansestadt sowie die zwei weiteren Standorte in Sanitz und Gelbensande dauerhaft offen bleiben.

Rolf Gauck betont dabei den akuten Bedarf an ehrenamtlichen Helfern: „Wir suchen dringend Fahrer und Beifahrer, bevorzugt ehrenamtlich.“ Beate Kopka fügt hinzu: „Jede noch so kleine Spende, jeder ehrenamtliche Einsatz und jede Kooperation stabilisiert unseren Betrieb und sichert die Versorgung der bedürftigen Menschen in unserer Stadt.“

Die Rostocker Tafel steht an einem kritischen Wendepunkt ihrer dreißigjährigen Geschichte. Ob die Kampagne „Ein Quadratmeter Hoffnung“ tatsächlich die benötigten Ressourcen mobilisieren kann, wird über das Schicksal von tausenden Menschen entscheiden, die auf diese lebenswichtige Unterstützung angewiesen sind.

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