Väter in Europa: Spielen statt Krankenpflege bei Kinderbetreuung
Väter: Spielen statt Krankenpflege

Wiesbaden - Eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) in Wiesbaden beleuchtet, wie sich Väter in Europa an der Kinderbetreuung beteiligen. Demnach übernehmen Väter vor allem interaktive Aufgaben wie Spielen, während versorgende Tätigkeiten wie die Betreuung kranker Kinder häufiger bei den Müttern bleiben.

Interaktive Aufgaben: Väter stark engagiert

In neun untersuchten Ländern gibt die Mehrheit der Väter an, interaktive Aufgaben wie Spielen, Zubettbringen oder die Organisation von Freizeitaktivitäten mindestens ebenso häufig zu übernehmen wie ihre Partnerin. In Deutschland liegt dieser Anteil bei 68 Prozent, während er in Norwegen mit 95 Prozent am höchsten ist.

Versorgende Tätigkeiten: Große Unterschiede

Anders sieht es bei versorgenden Tätigkeiten aus, etwa der Betreuung kranker Kinder oder der Zubereitung von Mahlzeiten. Während in Norwegen 80 Prozent der Väter berichten, kranke Kinder mindestens ebenso häufig zu betreuen wie ihre Partnerinnen, sind es in Deutschland nur 42 Prozent. „Versorgende Tätigkeiten sind häufig stärker an feste Zeiten gebunden und lassen sich schwerer mit Erwerbsarbeit vereinbaren“, erklärte BiB-Mitautorin Stefanie Hoherz. „Interaktive und freizeitbezogene Tätigkeiten bieten dagegen größere zeitliche Flexibilität und können häufiger außerhalb von klassischen Kernarbeitszeiten übernommen werden – etwa nach Feierabend oder am Wochenende.“

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Studiendesign und Wohlbefinden

Das Forscherteam wertete Daten von rund 5.500 Vätern aus, die zwischen 2020 und 2024 in neun europäischen Ländern erhoben wurden. Die Studie untersuchte auch den Zusammenhang zwischen Kinderbetreuungsaufgaben und dem Wohlbefinden der Väter. Das Ergebnis: Väter, die nach eigenen Angaben mindestens so oft wie ihre Partnerinnen gemeinsam mit den Kindern spielen, berichteten über eine höhere Lebenszufriedenheit. Die Betreuung kranker Kinder hingegen war mit einer geringeren Lebenszufriedenheit verbunden.

Fazit

Die Studie zeigt, dass Väter in Europa vor allem bei flexiblen, interaktiven Aufgaben stark eingebunden sind, während versorgende Tätigkeiten oft traditionell verteilt bleiben. Dies könnte auf strukturelle Hürden im Berufsleben zurückzuführen sein, die eine gleichmäßigere Aufteilung erschweren.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration