Ende der Baupause: Alte Akademie erhält neuen Eigentümer und klaren Zeitplan
Nach zweieinhalb Jahren des Stillstands in der Münchner Fußgängerzone ist die Zukunft der ehemaligen Benko-Ruine Alte Akademie nun endgültig geklärt. Die Opes Immobilien Gruppe hat den Gebäudekomplex offiziell übernommen und kündigt eine zügige Fertigstellung bis zum Jahr 2029 an. Damit endet die unschöne Episode um den österreichischen Großpleitier René Benko, der das Projekt jahrelang blockiert hatte.
Milliardärsfamilie im Hintergrund: Langfristige Perspektive für Münchner Innenstadt
Hinter dem neuen Eigentümer Opes steht die Familie des 2021 verstorbenen Milliardärs Heinz Hermann Thiele, Gründer des Weltkonzerns Knorr-Bremse. Das Immobilienunternehmen aus Oberhaching betont, dass es die Alte Akademie langfristig im Bestand halten und damit „als Spekulationsobjekt vom Markt nehmen“ werde. Geschäftsführer Jürgen Büllesbach unterstreicht die Verantwortung: „Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und werden diesen Standort mit Respekt und Verantwortung entwickeln.“
Ambitionierte Pläne: Vom Jesuitenkolleg zum modernen Stadtquartier
Das Projekt umfasst das historische Jesuitenkolleg Alte Akademie sowie das Grundstück des ehemaligen Hettlage-Kaufhauses, von dem nur noch die Fassade erhalten ist. Auf insgesamt 21.000 Quadratmetern Geschossfläche entsteht ein gemischtes Nutzungskonzept:
- Geschäfte und Gastronomiebetriebe im Erdgeschoss
- Büroflächen in den oberen Etagen
- Wohnnutzung in Teilbereichen
- Öffentlich zugänglicher Schmuckhof mit weiteren Gastroangeboten
Finanzielle Dimension: 180 Millionen Euro Kaufpreis, 400 Millionen Euro Baukosten
Die Transaktion umfasste sowohl den Erwerb des Erbbaurechts aus der Insolvenzmasse der pleitegegangenen Signa-Projektgesellschaft als auch den Kauf des Grundstücks vom Freistaat Bayern. Nach Informationen der Abendzeitung belief sich der Gesamtkaufpreis auf etwa 180 Millionen Euro. Die geschätzten Baukosten für die Sanierung und Neugestaltung werden mit rund 400 Millionen Euro veranschlagt.
Lokale Expertise: Hammer AG als Projektentwickler
Für die Umsetzung arbeitet Opes mit dem Münchner Projektentwickler Hammer AG zusammen, einem Familienunternehmen mit etwa 75 Mitarbeitern. CEO Hans Hammer, der sich bereits fast zwei Jahre intensiv mit dem Projekt befasst hat, zeigt sich erleichtert: „Wir freuen uns als Münchner Familienunternehmen, dass wir mithelfen können, eine Wunde in der Innenstadt wieder zu schließen.“
Positive Reaktionen aus der Stadtpolitik
Stadtbaurätin Elisabeth Merk begrüßt die Entwicklung ausdrücklich: „Mit der Übernahme der Alten Akademie durch Opes ist für diesen einzigartigen Ort im Herzen Münchens eine nachhaltige und zugleich qualitätsvolle Perspektive gefunden.“ Sie betont die denkmalgerechte Entwicklung, die das baukulturelle Erbe der Stadt mit zukunftsweisender urbaner Nutzung verbinden soll. Damit entstehe ein Ort, der Geschichte, Gegenwart und Zukunft Münchens beispielhaft miteinander in Einklang bringe.
Während der Bauzaun in den vergangenen Jahren immer wieder mit Kommentaren von Passanten versehen wurde, verspricht der neue Eigentümer nun Tempo: „Wir wollen sie den Münchnern und ihren Gästen rasch in neuem Glanz zurückgeben als einen attraktiven urbanen Ort, wo man aus ganz verschiedenen Gründen immer wieder gerne hingeht und dort Zeit verbringt.“ Von dieser Entwicklung werde letztlich die gesamte Münchner Innenstadt profitieren.



