Anklamer Ringstraße: Halbzeit beim Straßenbau mit 1,43 Millionen Euro Investition
Anklam: Halbzeit beim Straßenbau in der Ringstraße

Anklamer Ringstraße erreicht Halbzeitmarke bei Sanierung

Die umfassende Erneuerung der Ringstraße in Anklam hat einen bedeutenden Meilenstein erreicht. Nach der Fertigstellung des ersten und zweiten Bauabschnitts kann nun von einer erfolgreichen Halbzeit gesprochen werden. Die rund 450 Meter lange Straße wurde in gut anderthalb Jahren grundlegend saniert, wobei die Arbeiten durch einen langen Winter und die beengten Verhältnisse vor Ort erschwert wurden.

Anwohner zeigen sich zufrieden mit dem Ergebnis

Die Bewohner der Ringstraße äußern sich durchweg positiv über das Bauprojekt. "Es ist sehr schön geworden", stellt Petra Jochen fest und betont das gute Miteinander während der gesamten Bauphase. "Wir sind mit den Arbeitern gut ausgekommen, wenn es etwas zu klären gab, geschah das im gegenseitigen Einvernehmen." Zwar brachte die Baustelle vor der Haustür gewisse Einschränkungen mit sich, doch diese konnten durch pragmatische Lösungen wie einen Ausweichparkplatz gut bewältigt werden.

Die Investitionen in die Straßensanierung belaufen sich bereits auf rund 1,43 Millionen Euro. Dass diese Maßnahmen ohne direkte finanzielle Beteiligung der Anwohner erfolgen, wird als glückliche landespolitische Entscheidung gewertet. Allerdings stellt diese Finanzierungsform die Stadt Anklam angesichts zahlreicher weiterer sanierungsbedürftiger Straßenkilometer und steigender Baukosten vor wachsende Herausforderungen.

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Beschleunigte Umsetzung durch Netzbetreiber

Die vergleichsweise zügige Realisierung der ersten beiden Bauabschnitte ist maßgeblich auf die Initiative der Energieversorger zurückzuführen. Sowohl die Edis als auch die Gesellschaft für kommunale Umweltdienste (GKU) drängten auf eine Erneuerung ihrer Leitungsinfrastruktur in dem Wohngebiet. Die Anwohner ihrerseits pochten auf eine verbesserte Entwässerung, da Starkregenereignisse in der Vergangenheit wiederholt ihre Häuser bedroht hatten.

Ohne diese externen Impulse hätten die Bauarbeiten nach den ursprünglichen städtischen Planungen wohl erst 2027 begonnen. Nach aktuellem Stand soll bis zu diesem Zeitpunkt bereits der gesamte Straßenbestand in der Siedlung erneuert sein.

Ausschreibungen für weitere Bauabschnitte laufen

Damit der Baufortschritt zügig voranschreitet, laufen bereits jetzt die Ausschreibungen für die nächsten Bauabschnitte. Diese werden federführend von der GKU übernommen. "Wir lassen voraussichtlich erst einmal einen Straßenabschnitt öffnen, um weiterzukommen und rechnen dann mit der Stadt später ab", erklärt Sven Bausemer, Standortleiter der GKU in Anklam.

Diese unkonventionelle Vorgehensweise ist notwendig, da die Stadt Anklam derzeit noch keinen genehmigten Haushalt vorweisen kann und entsprechende Aufträge in der vorläufigen Haushaltsführung nicht auslösen darf. Die GKU hat den weiteren Ausbau der Ringstraße für das Jahr 2026 bereits finanziell eingeplant.

Herausforderungen durch volatile Materialpreise

Die Bauwirtschaft sieht sich derzeit mit erheblichen Unsicherheiten konfrontiert. "Wir bekommen Baumaterial jetzt nur noch zu tagesaktuellen Preisen", verdeutlicht Bausemer die schwierige Lage. Der Großhandel für Tiefbau und Industrietechnik hat jüngst seinen Jahresvertrag mit der GKU aufgekündigt, was auf weitere Preiserhöhungen spekulieren lässt.

Die beschleunigte Umsetzung der Bauarbeiten dient daher nicht nur der Zeitersparnis, sondern soll auch Kostensteigerungen vorbeugen. Ein Verzug der Baumaßnahmen bis in den Spätherbst würde womöglich sogar einen zweijährigen Winterverzug riskieren. Trotz dieser Herausforderungen bleibt das Ziel klar: Die vollständige Erneuerung der Anklamer Ringstraße soll planmäßig voranschreiten und den Anwohnern langfristig eine verbesserte Infrastruktur bieten.

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