Das Marx-Engels-Forum in Berlin-Mitte bleibt noch mehr als eineinhalb Jahre eine Baustelle. Die überlebensgroßen Bronzefiguren von Karl Marx und Friedrich Engels, die dort seit 1986 in Richtung Fernsehturm blicken, sind bis zum Abschluss der Baumaßnahmen voraussichtlich Ende 2027 nicht öffentlich zugänglich. Das teilte die Senatsverwaltung für Mobilität und Umwelt auf dpa-Anfrage mit.
Aktueller Zustand der Baustelle
Der Platz ist derzeit von einem Bauzaun umgeben. „Betreten der Baustelle verboten!“, warnen Schilder. „Eltern haften für ihre Kinder.“ Ein Bagger fährt über das Gelände, riesige Sandhaufen sind aufgeschüttet. Dutzende Steinplatten werden gelagert. Marx und Engels sind nur von Weitem zu sehen.
Geplante Umgestaltung
Der 7,2 Hektar große Freiraum zwischen Fernsehturm, Marienkirche, Rotem Rathaus und Spree im historischen Gründungskern Berlins soll zu einem neuen Rathaus- und Marx-Engels-Forum umgestaltet werden. Basis der Neugestaltung sind unter anderem die Ergebnisse eines internationalen Wettbewerbs.
Zeitplan der Arbeiten
Der erste Spatenstich war im vergangenen Juni. Verkehrs- und Umweltsenatorin Ute Bonde (CDU) gab damals das Ziel aus: „Wir möchten, dass das Marx-Engels-Forum zu einem Lieblingsort der Berlinerinnen und Berliner wird.“ Die Arbeiten gehen planmäßig voran.
Erste Bauphase
Zunächst entsteht am Spreeufer im Rücken von Marx und Engels ein barrierefreier Aufenthaltsort mit Blick auf das Humboldt Forum und den Berliner Dom, erreichbar über eine Treppen- und Rampenanlage. Sitzen auf den Stufen ist erwünscht. Bäume sollen Schatten spenden, ein Wasserspiel ist geplant.
Die Erdarbeiten zur Vorbereitung der Treppen- und Rampenanlage sind abgeschlossen. Parallel wurde die Fläche archäologisch dokumentiert, wobei unterirdische historische Keller- und Grundmauern freigelegt und abgetragen wurden.
Nächste Schritte
Die Arbeiten am Unterbau für die Treppenanlage haben begonnen. Im Mai geht es weiter. Im Sommer starten die Bauarbeiten für einen neuen, rund 2.300 Quadratmeter großen Spielbereich an der Rathausstraße. Die neuen Wege im übrigen Bereich des Forums werden ab Herbst gebaut.
Klimaschutzmaßnahmen
Eine rund 650 Quadratmeter große Fläche ist für die Versickerung und Verdunstung von Regenwasser vorgesehen, um die Kanalisation zu entlasten. Erste vorbereitende Arbeiten fanden im Winter an der Spandauer Straße statt.
Zweite Bauphase
Im zweiten Bauabschnitt wird auch das Rathausforum umgestaltet. Insgesamt sind für die Neugestaltung beider Bereiche Investitionen von rund 34 Millionen Euro vorgesehen. Die Fertigstellung ist für Ende 2027 geplant.



