Rostocks Traditionsanlage „Rote Erde“ erstrahlt in neuem Grün
Die Zeiten von Staubwolken und unebenen Böden gehören in Rostocks historischer Sportanlage „Rote Erde“ endgültig der Vergangenheit an. Rund ein Jahr nach dem ersten Spatenstich konnte jetzt der erste vollständig sanierte Kunstrasenplatz an die Sportler übergeben werden. Aus dem charakteristischen roten Hartplatzbelag wurde ein modernes grünes Spielfeld – ein symbolträchtiger Wandel für die traditionsreiche Anlage im Hansaviertel.
Feierliche Übergabe mit politischer Prominenz
Bei der offiziellen Übergabe am 17. April betonte Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (Linke) die Bedeutung der Modernisierung für den Trainings- und Spielbetrieb. „Insbesondere unsere Kinder und Jugendlichen finden nun Bedingungen vor, die in die heutige Zeit passen“, erklärte Kröger im Beisein von Innen- und Bauminister Christian Pegel (SPD). Der Minister verkündete, dass das Land Mecklenburg-Vorpommern das Projekt mit einer Million Euro aus dem Solidaritätsprogramm der Landesregierung fördert.
An der feierlichen Zeremonie nahmen neben den politischen Vertretern auch KOE-Betriebsleiterin Sigrid Hecht und Repräsentanten der SG Motor Neptun Rostock teil. In einem symbolischen Akt wurden Gläser mit Resten des ehemaligen Schotterbelages präsentiert – ein Abschied von der alten „Roten Erde“.
Umfangreiche Sanierungsmaßnahmen
Der Rostocker Eigenbetrieb Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE) saniert im Auftrag des Amtes für Schule und Sport schrittweise das gesamte Areal in der Hans-Sachs-Allee. Für den neuen Kunstrasenplatz wurden beeindruckende Mengen an Material verbaut:
- Mehr als 5800 Quadratmeter Kunstrasen verlegt
- 2250 Kubikmeter Filterschicht für das Spielfeld eingebaut
- 1700 Kubikmeter Tragschichten für Sportfeld, Wege und Zufahrt
- Nahezu 150 Tonnen Quarzsand verarbeitet
Die Gesamtkosten der Baumaßnahme belaufen sich auf 1,46 Millionen Euro. KOE-Betriebsleiterin Sigrid Hecht betonte, dass die Landesförderung maßgeblich dazu beigetragen habe, „die Neugestaltung des Spielfeldes überhaupt umsetzen zu können“.
Nachhaltige Infrastrukturverbesserungen
Neben dem Kunstrasenplatz wurden auch die Regenentwässerung und die Zuwegung komplett erneuert. Das anfallende Regenwasser wird vom Kunstrasenplatz sowie vom Gründach des bereits 2025 fertiggestellten Funktionsgebäudes gesammelt und in einen Teich des benachbarten Botanischen Gartens geleitet. Hierfür wurden eine 1150 Meter lange Drainageleitung und eine 240 Meter lange Regenwasserleitung verlegt.
Vor Beginn der Arbeiten im Frühjahr 2025 hatten Abnutzung und eine defekte Drainage den Betrieb der Anlage erheblich beeinträchtigt. Das neue Funktionsgebäude bietet zudem schusssichere Schutzvorrichtungen gegen Querschläger.
Historische Bedeutung und Zukunftsperspektiven
Die Sportanlage „Rote Erde“ stammt aus den 1950er-Jahren und ist das einzige Fußball-Außengelände für den Vereinssport im Rostocker Stadtzentrum. Sie verfügt über zwei Großspielfelder, die von der SG Motor Neptun Rostock und dem Internationalen FC genutzt werden.
Laut KOE-Sprecher Arndt Draheim ist perspektivisch auch die Erneuerung des zweiten Hartplatzes geplant. Damit würde das gesamte Areal schrittweise auf moderne Standards gebracht und für kommende Generationen von Sportlern attraktiv gemacht.
Die Sanierung der „Roten Erde“ markiert nicht nur eine infrastrukturelle Verbesserung, sondern auch einen wichtigen Schritt zur Bewahrung und Modernisierung eines stadtgeschichtlich bedeutsamen Sportstandorts. Aus dem roten Staub der Vergangenheit ist nun ein grünes, zukunftsfähiges Spielfeld geworden.



