Schwerin: Großprojekt auf altem Möbelwerksgelände nimmt Form an
In einer gut besuchten Bürgerversammlung hat die Stadt Schwerin die Pläne für das lange brachliegende Gelände der ehemaligen Möbelwerke im Stadtteil Lewenberg vorgestellt. Rund 50 interessierte Bürgerinnen und Bürger nutzten am Mittwochabend, dem 18. März, die Gelegenheit, sich im Stadthaus aus erster Hand zu informieren und ihre Fragen zu stellen. Die Veranstaltung fand im Rahmen einer Sitzung der Ortsteilvertretung statt.
Umfangreiche Wohnbebauung mit gemischtem Nutzungskonzept
Auf der 57.300 Quadratmeter großen Fläche, die im Süden von der Möwenburgstraße, im Westen von der Wismarschen Straße und im Osten durch den Ziegelaußensee begrenzt wird, sollen zwischen 500 und 600 Wohneinheiten entstehen. Geplant sind zwei- bis fünfgeschossige Wohngebäude sowie ein Hotel mit acht Stockwerken. Hauptträger des ambitionierten Vorhabens ist die Lindhorst Gruppe.
Das Projekt sieht einen Mix aus Eigentums- und Mietwohnungen vor, wobei ein Anteil von 20 Prozent Sozialwohnungen vorgesehen ist. Ein Teil des Gebiets direkt an der Wismarschen Straße wird derzeit von mehreren Gewerbe- und Dienstleistungsunternehmen sowie Einrichtungen des öffentlichen Rechts genutzt. Diese Nutzungen sollen im Zuge der Planung erhalten bleiben.
Langer Planungsprozess mit aktuellen Herausforderungen
Aaron Grundmann vom Fachdienst Stadtentwicklung und Stadtplanung erläuterte in der Versammlung die Grundzüge der Planung. Bereits im September 2013 wurde der Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplans gefasst. Durch Eigentümerwechsel und neue Ideen habe sich das weitere Verfahren jedoch immer wieder verzögert. Aktuell geht es um die öffentliche Auslegung des B-Plans, über die der Hauptausschuss voraussichtlich am 24. März entscheiden wird.
Das neue Baugebiet soll über eine Zufahrtsstraße im nordwestlichen Bereich an die Wismarsche Straße angebunden werden. Im Bauleitverfahren sind laut Grundmann noch einige Hürden zu nehmen. So gibt es auf dem Areal mehrere Grundstückseigentümer, mit denen noch Gespräche geführt werden müssen, um das Wohnungsbauprojekt vollständig umsetzen zu können.
Historischer Standort mit neuer Zukunft
Die Geschichte des Geländes begann im Jahr 1922 mit den Deutschen Möbelwerken Fritz Dettmann. 1948 wurde der VEB Möbelwerke Schwerin gegründet, nach der Wende entstand die Möbelwerke GmbH. Seit Jahrzehnten liegt das Grundstück weitgehend brach. Der Vorsitzende der Ortsteilvertretung Altstadt, Feldstadt, Paulsstadt, Lewenberg, Stephan Haring, erklärte, dass es zwar noch eine Zeit dauern werde, bis der Bebauungsplan beschlossen und die ersten Bagger rollen, das Vorhaben an der Wismarschen Straße aber grundsätzlich zu begrüßen sei, um zusätzlichen Wohnraum in Schwerin zu schaffen.
Die Anwohner hatten in der Versammlung zahlreiche Fragen, etwa zum Umgang mit den bestehenden Gebäuden, zur Anzahl der geplanten Parkplätze und zur Entsorgung des zusätzlichen Abwassers. Die Stadtvertreter standen für diese und weitere Detailfragen Rede und Antwort.



