Sturm zerfetzt Gerüstfolie am Rostocker Kröpeliner Tor: Nistkästen für Vögel montiert
Sturm zerfetzt Gerüstfolie am Rostocker Kröpeliner Tor

Sturmschaden am Rostocker Wahrzeichen: Gerüstfolie am Kröpeliner Tor abgerissen

Ein kräftiger Sturm hat die bedruckte Gerüstfolie am Ostgiebel des historischen Kröpeliner Tors in Rostock zerfetzt und abgerissen. Das 54 Meter hohe Stadttor, ein bedeutendes Baudenkmal aus dem 13. Jahrhundert, steht seit September 2025 komplett eingerüstet und wird derzeit aufwendig saniert. Die beschädigte Plane zeigte zuvor einen Gebäudeschnitt mit dem historischen Treppenhaus sowie den Schriftzug "Moin in Rostock" mit dem Greif.

Umgehende Sicherungsmaßnahmen und Plan für Ersatz

"Ende März wurde die Plane am Ostgiebel des Tors bei einem Sturm mit starken Böen aus der Verankerung gerissen und beschädigt", erklärt Arndt Draheim, Sprecher des Eigenbetriebs Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung der Hansestadt (KOE). "Um eine Gefährdung im öffentlichen Raum auszuschließen, haben wir die Plane umgehend durch Fachleute abnehmen lassen."

Eine neue Gerüstfolie ist bereits in Planung. "Ja, es kommt eine neue Plane", kündigt Draheim an. "Derzeit befinden wir uns in Abstimmung zur möglichen Ausführung. Wir gehen davon aus, dass die neue Plane im Mai montiert werden kann."

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Besondere Herausforderungen durch Höhe und Windlasten

Die Montage sturmfester Planen an dem 54 Meter hohen Bauwerk gestaltet sich aufgrund der exponierten Lage als komplex. "Aufgrund der Höhe des Bauwerks und der exponierten Lage entstehen erhebliche Windbelastungen", so Draheim weiter. Diese müssen von der Plane in das Gerüst und die Verankerung geleitet werden. "Um Schäden am Gerüst zu vermeiden, ist vorgesehen, dass die Plane bei zu hohen Windlasten zuerst nachgibt."

Der KOE prüft aktuell alternative Befestigungsmethoden, um deutlich höhere Windlasten sicher aufnehmen zu können. Dennoch betont Draheim: "Beschädigungen können aber dennoch nicht ausgeschlossen werden."

Nistkästen als Ersatzquartiere für Vögel und Fledermäuse

Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Schutz der tierischen Bewohner. Das Kröpeliner Tor ist eine beliebte Wohnstätte für Vögel und Fledermäuse. Da die Tiere nach der Einrüstung sowie der Umhüllung mit Gerüstplanen zum Nisten nicht mehr an das Tor selbst herankommen, wurden bereits am Donnerstag, 9. April, seitlich des Tors am Baugerüst mehrere Nistkästen aus Holz angebracht.

"Dabei muss auch das Anbringen von Ersatzquartieren für Vögel und Fledermäuse berücksichtigt werden", erklärt Draheim im Zusammenhang mit der Montage der neuen Plane.

Sanierung aufwendiger als ursprünglich geplant

Die Sanierung des Kröpeliner Tors gestaltet sich komplexer als zunächst angenommen. Etwa 30 Prozent der Steine des Stadttors sind geschädigt, was bedeutet, dass bis zu 20.000 Steine ersetzt werden müssen. Zusätzlich bereitet der Dachstuhl des Tors Probleme. Die genaue Dauer der Sanierungsarbeiten ist noch unklar.

Bisher hat der KOE 3,5 Millionen Euro für die Sanierung des bedeutenden Baudenkmals eingeplant. Die Gerüstfolie diente nicht nur als Sichtschutz, sondern auch als Informationsfläche für Rostocker und Besucher während der umfangreichen Bauarbeiten.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration