Templiner Kirchturmsanierung: Kran erleichtert Handwerkern die Arbeit in 30 Metern Höhe
In Templin haben die Sanierungsarbeiten an der historischen Maria-Magdalenen-Kirche begonnen. Der Zimmerei-Meisterbetrieb Tobias Gebauer erneuert derzeit die marode Aussichtsplattform des Glockenturms in über 30 Metern Höhe. Ein großer Kran unterstützt die Handwerker dabei, das alte Holz abzutransportieren und die neuen Terrassendielen hinaufzubefördern.
Marode Plattform aus Sicherheitsgründen gesperrt
„Im vergangenen Jahr musste die Besucherplattform aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Die Holzkonstruktion war stark beschädigt, die Unfallgefahr zu groß“, erklärt Cordelia Slingerland von der Geschäftsführung der Evangelischen Kirchengemeinde Templin. Das Holz der Plattform sei durch die Witterung teilweise morsch geworden und bedürfe dringend der Erneuerung.
Der Kirchturm prägt seit dem Jahr 1751 das Stadtbild von Templin und dient als wichtiger Orientierungspunkt und öffentlich zugänglicher Aussichtspunkt. Von der Plattform aus bietet sich Besuchern ein beeindruckender Blick über die Seenlandschaft, die Wälder und die historische Altstadt. Angesichts dieser Bedeutung hat der Gemeindekirchenrat die Sanierung beschlossen.
Logistische Herausforderung in schwindelerregender Höhe
Für Firmenchef Tobias Gebauer und seine Mitarbeiter stellt die Baustelle in über 30 Metern Höhe eine besondere logistische Herausforderung dar. Die Plattform ist nur zwischen 80 Zentimetern und 1,20 Meter breit, und der Aufstieg dorthin ist eng und schmal. „Man muss sich schon Gedanken machen, was wir da oben alles brauchen. Wenn der Kran erst mal weg ist, wird es schwer“, so Gebauer.
Insgesamt 65 neue Terrassendielen aus Lärchenholz, jeweils fünf Meter lang, mussten auf die Plattform gebracht werden. Ohne den Kran müssten die Handwerker das schwere Material mühsam die engen Treppen hinauftragen. „An einem Sakralbau zu arbeiten, hat schon einen besonderen Reiz“, betont Gebauer die Bedeutung des Auftrags.
Kranmanöver erfordert Fingerspitzengefühl
Die Kranarbeiten gestalteten sich anspruchsvoll: Bei auffrischendem Wind und leichten Schauern musste der Kranfahrer mit viel Fingerspitzengefühl agieren. Die Brüstung der Plattform schränkte seine Sicht ein, und der Ausleger des Krans kam in der Höhe der Turmuhr gefährlich nah. Nach gut zwei Stunden konnten die Arbeiten jedoch ohne Probleme abgeschlossen werden.
Die Sanierung umfasst nicht nur die Erneuerung des Laufgangs, sondern auch Ausbesserungen an der darunter liegenden Bleiwanne, die den Turm gegen Regen schützt. Die Kirchengemeinde rechnet mit Gesamtkosten von etwa 20.000 Euro, die durch Spenden und Rücklagen finanziert werden.
Wiedereröffnung für Ende April geplant
Wenn das Wetter mitspielt und alles nach Plan verläuft, soll die Aussichtsplattform Ende April wieder für Besucher geöffnet werden. Dann können Touristen und Einheimische erneut den imposanten Ausblick von der Maria-Magdalenen-Kirche genießen.
Während der Kranarbeiten am Vormittag konnten Kinder aus Templiner Einrichtungen, die zum Schulgottesdienst kamen, das Spektakel bestaunen. Aufgeregt kommentierten sie das Geschehen, als der große Kran das Baumaterial in die Höhe hob – ein ungewöhnlicher Anblick für die jungen Zuschauer.



