Stiftung Warentest: Nur ein Ketchup erhält die Traumnote 1,0 im Geschmackstest
Nur ein Ketchup erhält Traumnote 1,0 im Test

Stiftung Warentest: Nur ein Ketchup trifft geschmacklich voll ins Schwarze

Die einen kleckern ihn über Pommes und Gegrilltes, andere verwenden ihn für fast jedes Gericht: Ketchup gehört zu den beliebtesten Saucen in deutschen Haushalten. In einem aktuellen Test der Stiftung Warentest hat jedoch nur ein einziges Produkt geschmacklich die Traumnote 1,0 erreicht. Worauf die Tester besonders achteten und wo es Abzüge gab, lesen Sie hier.

Große Auswahl, wenige Spitzenreiter

Von insgesamt 23 getesteten Ketchups schnitten nur zwölf mit der Bewertung „gut“ ab. Darunter befinden sich auch günstige Eigenmarken der Discounter und Supermärkte. Der klare Testsieger im Geschmack ist der Born Tomatenketchup, der für 1,99 Euro pro 450-Milliliter-Flasche erhältlich ist. Dies entspricht einem Preis von 0,44 Euro pro 100 Milliliter.

Doch die geschmackliche Bewertung war nicht der einzige Prüfpunkt für die Warentester. In der aktuellen Ausgabe 4/2026 ihres Magazins untersuchten die Experten auch Zutaten, Textur, mögliche Schadstoffe, Verpackung und Deklaration. Im Gesamturteil erreichte kein Produkt die Note „sehr gut“. Neben dem Testsieger Born erhielten elf weitere Ketchups die Bewertung „gut“, wobei die Preise zwischen 0,26 und 1,33 Euro pro 100 Milliliter variieren.

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Bioketchups und Kinderprodukte im Test

Unter den gut bewerteten Tomatenketchups finden sich auch mehrere Bioprodukte sowie drei speziell für Kinder konzipierte Varianten. Zum besten Kinderketchup wurde das Produkt des Bioanbieters Byodo gekürt, das für 3,99 Euro pro 300-Milliliter-Flasche erhältlich ist. Dies entspricht einem Preis von 1,33 Euro pro 100 Milliliter.

Die günstigsten unter den Testsiegern sind:

  • Edeka Gut & Günstig für 1,29 Euro pro 500 Milliliter (0,26 Euro pro 100 Milliliter)
  • Lidl Kania Classic für 1,29 Euro pro 500 Milliliter (0,26 Euro pro 100 Milliliter)

Sieben Ketchups erhielten die Note „befriedigend“ mit Preisen zwischen 0,26 und 0,83 Euro pro 100 Milliliter. Dreimal gab es ein „ausreichend“ (0,70 bis 1,33 Euro pro 100 Milliliter) und einmal sogar „mangelhaft“ (1,33 Euro pro 100 Milliliter).

Schadstoffe und Umweltaspekte im Fokus

Ein wichtiger Abwertungsgrund waren mögliche Schadstoffe. In drei Fällen wurden Richtwerte für sogenannte Alternaria-Toxine überschritten. Diese Toxine stammen von schwarzem Schimmel, der sich auf spät geernteten oder feucht gelagerten Tomaten bilden kann. Laut Stiftung Warentest ähneln diese Substanzen in ihrer Struktur erbgutschädigenden und krebserregenden Stoffen. Zwar sei bisher nicht abschließend geklärt, ob sie für Menschen kritisch sind, dennoch sollte man sie möglichst wenig aufnehmen.

Ein weiterer wichtiger Punkt war der Zuckergehalt. Die Sorge der Tester vor zu viel Zucker im Ketchup erwies sich als weitgehend unberechtigt. Bis auf zwei Ausreißer mit 26,6 Gramm und 21 Gramm pro 100 Milliliter liegen die Zuckerwerte zwischen 3,6 und 19,3 Gramm pro 100 Milliliter. Der Durchschnittswert beträgt 16 Gramm pro 100 Milliliter.

Interessanterweise erreichte ein Ketchup, der komplett auf Zucker oder Süßstoffe verzichtet, ebenfalls die Bewertung „gut“. Die Tester lobten, dass Tomaten selbst bereits natürlichen Zucker enthalten – in diesem Fall 5,6 Gramm pro 100 Milliliter.

Vorsicht bei zuckerreduzierten Varianten

Besondere Vorsicht ist bei Aufschriften wie „Mit weniger Zucker“ geboten. Der Test zeigte, dass zuckerreduzierte Ketchups teilweise mit Süßstoffen gesüßt sind. Dies bringe zwar weniger Kalorien, führe aber oft zu Geschmacksfehlern. Süßstoffnoten oder eine sehr starke Süße störten die Tester, was meist nur zu einer Bewertung von „befriedigend“ führte.

Stiftung Warentest sieht Süßstoffe grundsätzlich kritisch: Mit ihnen gewöhne man sich die Vorliebe für Süßes nicht ab und könnte dadurch auch andere süße Lebensmittel bevorzugen, die dann reichlich Zucker enthalten. Ketchups mit dem Süßstoff Sucralose wurden zusätzlich abgewertet, weil dieser biologisch schwer abbaubar ist und die Umwelt belastet. Klärwerke können ihn nicht vollständig aus dem Abwasser entfernen.

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Umwelttipp: Glas statt Kunststoff

Die Tester geben noch einen praktischen Umwelttipp: Sie raten zum Kauf von Ketchup in Glasflaschen. „Die im Test verwendeten Glasflaschen lassen sich nach unserer Einschätzung wieder zu Glas verarbeiten. Nicht alle der Kunststoff-Flaschen sind recyclingfähig“, schreibt Stiftung Warentest.

Selbstgemachter Ketchup als Alternative

Wer weder Lust auf Zucker noch auf Süßstoffe und damit verbundene Geschmacksfehler hat, kann seinen Ketchup auch selbst herstellen. Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) empfiehlt folgende Vorgehensweise für eine leichtere Variante:

  1. Eine Zwiebel fein hacken und mit Knoblauch in einem großen Topf andünsten.
  2. Je nach Wahl geviertelte Tomaten hinzufügen.
  3. Bei geringer Hitze köcheln lassen und gelegentlich umrühren.
  4. Mit Apfelessig, Senf, etwas Honig, Salz und Pfeffer würzen.
  5. Nach Geschmack können Möhren und weitere Gewürze wie Chili, Ingwer, Koriander oder Curry hinzugefügt werden.
  6. Die eingekochte Masse pürieren und noch heiß in saubere Schraubgläser füllen.

Der selbstgemachte Ketchup hält sich mehrere Wochen und bietet die Möglichkeit, die Zutaten nach persönlichen Vorlieben anzupassen.