Ein Leben für die Mitmenschen: Heinz Nitzsche ist verstorben
Die Gemeinde trauert um einen außergewöhnlichen Helfer: Heinz Nitzsche, der zuletzt in Linstow lebte, ist im Alter von 82 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben. Der engagierte Mann, der sein gesamtes Dasein dem Dienst am Menschen widmete, wird am Mittwoch, dem 8. April, um 13 Uhr in der Kirche Serrahn beigesetzt. Sein Vermächtnis reicht von der Betreuung Alkoholkranker über die Unterstützung von Kindern bis hin zur Hilfe für Schutzsuchende.
Vom Pfarrhaus zur umfassenden Suchthilfe
Im Oktober 1971 begann Heinz Nitzsche seine Arbeit mit alkoholkranken Menschen in einem leerstehenden Pfarrhaus in Serrahn. Mit pragmatischen Lösungen wie Schwein- und Schafzucht hielt er die Kosten niedrig und kooperierte später mit umliegenden Betrieben, da der Bedarf an Unterstützung stetig wuchs. „Solche Menschen brauchen Nestwärme und müssen merken, dass sie geliebt sind“, lautete seine zentrale Devise. Ärzte überwiesen Patienten an ihn, und sogar in Gefängnissen wurde seine Adresse an Hilfesuchende weitergegeben.
Gründung eines Vereins und internationale Hilfe
Nach der politischen Wende wandelte sich seine Tätigkeit: Zunächst gründete er einen Verein, später die Serrahner Diakoniewerk GmbH. Doch sein Blick richtete sich auch über die Landesgrenzen hinaus. Gemeinsam mit seiner Frau Martina startete er 2001 ein Hilfsprojekt in Mariupol, Ukraine. Um die notwendigen Mittel zu sammeln, unternahm er regelmäßig Spendentouren durch Sachsen, seine ursprüngliche Heimat, sowie durch Mecklenburg-Vorpommern.
Umfassendes Engagement für verschiedene Bedürftige
Mit einem Team von Mitarbeitern kümmerte sich Heinz Nitzsche nicht nur um Alkoholkranke, sondern auch um deren Angehörige und Kinder. In einem sozial schwachen Wohngebiet eröffnete er ein Kinder- und Jugendwohnhaus, das warme Mahlzeiten und Weihnachtsfeiern für Hilfsbedürftige anbot. Als der Krieg in der Ukraine ausbrach, hatten die Nitzsches ihre Arbeit vor Ort bereits übertragen, organisierten aber weiterhin Unterkünfte und Hilfe für Schutzsuchende in Mecklenburg.
Ein Vermächtnis des Glaubens und der Hilfsbereitschaft
Alles, was Heinz Nitzsche tat, war tief in seinem Glauben an Gott verwurzelt. Sein Ziel war es stets, anderen zu helfen und für sie da zu sein. Die Familie dankt in einer Anzeige Gott für sein Leben. Auch nach seinem Tod werden sich viele Menschen an seine uneigennützige Hilfsbereitschaft und sein unermüdliches Engagement erinnern. Sein Wirken bleibt ein leuchtendes Beispiel für Nächstenliebe und humanitäres Handeln.



