„Boizenburg läuft“ pausiert 2026: Initiative fordert klarere Strukturen nach Verwaltungsproblemen
„Boizenburg läuft“ pausiert 2026: Kritik an Verwaltung

„Boizenburg läuft“ setzt 2026 aus und fordert klarere Strukturen

Die Initiative „Boizenburg läuft“ hat sich in den vergangenen Jahren als feste Größe im Veranstaltungskalender der Stadt etabliert und zugleich als verlässlicher Motor für gemeinnütziges Engagement bewährt. Nun trifft das Organisationsteam eine bedeutende Entscheidung für das Jahr 2026: Die Arbeit wird neu ausgerichtet und in diesem Jahr findet kein Spendenlauf statt. Diese Pause folgt auf vier erfolgreiche Auflagen, bei denen rund 60.000 Euro an Spenden eingeworben wurden.

Strukturelle Probleme in der Zusammenarbeit mit der Verwaltung

Hintergrund der Neuausrichtung sind vor allem strukturelle Schwierigkeiten in der Kooperation mit der Stadtverwaltung. Aus Sicht der Initiative verlief die Zusammenarbeit zuletzt nicht zielführend. In internen Gesprächen sowie im Austausch mit politischen Vertretern und der Verwaltung wurde deutlich, dass die bisherigen Abläufe an ihre Grenzen gestoßen sind.

Ein zentraler Kritikpunkt betrifft die fehlende Planungssicherheit: Spendenziele konnten teils erst Monate nach einem Lauf konkret benannt werden. „Sechs Monate nach einem Spendenlauf noch kein klares Projekt vorweisen zu können, funktioniert auf Dauer nicht“, erklärt Organisator Nick Marten. Gerade diese mangelnde Verbindlichkeit habe sich negativ ausgewirkt, da Unterstützer schwerer zu gewinnen waren, wenn nicht klar war, wofür die Spenden konkret eingesetzt werden.

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In den Anfangsjahren seien klar definierte Projekte ein wesentlicher Erfolgsfaktor gewesen. Zwar habe es an Vorschlägen nicht gemangelt, doch viele Ideen scheiterten an praktischen Hürden wie fehlenden Flächen, offenen Planungsfragen oder unklaren finanziellen Rahmenbedingungen. „Wir hatten viele gute Ansätze, sind aber oft nicht in die Umsetzung gekommen“, so Marten weiter.

Planungsrechtliche Grenzen aus Sicht der Stadt

Auch aus Sicht der Stadtverwaltung sind die Schwierigkeiten nachvollziehbar. Bürgermeister Rico Reichelt verweist auf planungsrechtliche Grenzen, da viele vorgeschlagene Flächen im Außenbereich liegen oder kein Baurecht haben. Die Schaffung der nötigen Voraussetzungen sei zeitaufwendig und mit erheblichen Kosten verbunden, etwa durch Bebauungspläne, die schnell fünfstellige Summen erreichen und mehrere Jahre dauern können.

Trotz der Kritik sehen beide Seiten die weitere Zusammenarbeit als unverzichtbar an. Gespräche laufen bereits, um künftig tragfähigere Lösungen zu entwickeln. „Wir sitzen gemeinsam an einem Tisch und suchen nach Wegen, die für alle Seiten funktionieren“, sagt Reichelt. Auch Marten unterstreicht, dass man den Dialog fortsetzen wolle. Ziel sei es, Projekte künftig verlässlicher und schneller umzusetzen.

Neuausrichtung und konkrete Projekte für 2026

Langfristig will die Initiative am Konzept festhalten, es jedoch weiterentwickeln. Denkbar sei, künftig gezielter einzelne Vereine oder Einrichtungen zu unterstützen. Auch eine stärkere Beteiligung der Bevölkerung bei der Auswahl der Projekte wird diskutiert. Das Ziel bleibt, schneller zu sichtbaren Ergebnissen zu kommen und die Verwendung der Spenden transparenter zu gestalten.

Parallel zur Neuaufstellung richtet sich der Blick auf die im Jahr 2026 geplanten Maßnahmen für Kinder und Familien in Boizenburg. Vorgesehen ist die Instandsetzung mehrerer städtischer Spielplätze, etwa durch:

  • Neuen Spielsand
  • Rückschnitt von Bewuchs
  • Kleinere Reparaturen

Zudem soll auf der Albrecht'schen Wiese eine Seilbahn entstehen, vorbehaltlich der Zustimmung der Stadtvertretung, wodurch der dort entstehende Spielplatz zusätzlich aufgewertet werden könnte. „Wir haben jetzt konkrete Maßnahmen vor Augen“, sagt Marten, die eine klare Grundlage für die nächsten Schritte bildeten.

Die Initiative versteht die Pause nicht als Rückzug, sondern als bewussten Schritt. Zunächst sollen die geplanten Projekte umgesetzt werden. Gleichzeitig arbeiten Initiative, Verwaltung und Stadtvertretung an einer tragfähigen Perspektive für die Zukunft. Der Anspruch bleibt unverändert: Spenden sollen zielgerichtet eingesetzt werden und einen sichtbaren Mehrwert für die Stadt schaffen.

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