Bundesverdienstkreuz 1. Klasse für Lanzer Bürgermeister Uwe Tiedemann
Bundesverdienstkreuz für Lanzer Bürgermeister Tiedemann

Bundesverdienstkreuz 1. Klasse für Lanzer Bürgermeister Uwe Tiedemann

Uwe Tiedemann, der ehrenamtliche Bürgermeister der Gemeinde Lanz in der Prignitz, hat eine besondere Ehrung erhalten. Im Hansekontor des Rathauses Lüneburg überreichte ihm Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch (Grüne) stellvertretend im Namen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Die Auszeichnung würdigt sein herausragendes Engagement im Tierschutz und für den Tierarztberuf, wie die Hansestadt Lüneburg bekannt gab.

Lange Karriere im Dienst der Tiere

Der heute 71-jährige Tiedemann blickt auf eine beeindruckende berufliche Laufbahn zurück. Geboren in Brunsbüttel, eröffnete er 1985 eine Kleintierpraxis in Lüneburg, die er fast vier Jahrzehnte lang betrieb. Seine Arbeit für die Tierärzteschaft begann als Schatzmeister der Tierärztekammer Niedersachsen, ein Amt außerhalb des Vorstandes. 2007 wurde er stellvertretender Präsident der Bundestierärztekammer und übernahm von 2015 bis 2023 für acht Jahre deren Präsidentschaft. Parallel dazu war er bis 2021 für 16 Jahre Präsident der Tierärztekammer Niedersachsen.

In ihrer Laudatio betonte Claudia Kalisch: „Mit Ihrem großen Engagement haben Sie maßgeblich dazu beigetragen, die berufliche Situation der Tierärzte sowie das Wohl ihrer tierischen Patienten zu verbessern.“ Tiedemann setzte sich unter anderem für ein Interventionsprogramm für suchtgefährdete oder substanzabhängige Tierärzte ein und engagierte sich für die Einbindung der Tierärzteschaft in die Corona-Impfungen.

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Weitreichende Spuren im Tierschutz

Während seiner Präsidentschaft hinterließ Tiedemann zahlreiche Spuren im Tierschutz. Er setzte sich für ein Schlachtverbot von Rindern im letzten Drittel ihrer Trächtigkeit ein und erarbeitete mit den Grünen Bedingungen für Tiertransporte ins Ausland. „Aber es gibt noch viel zu tun“, schildert Tiedemann. „Schon vor Jahren bemühte ich mich um die Abschaffung der CO₂-Betäubung bei der Schlachtung von Schweinen, obwohl diese von der EU erlaubt wird. Ein weiteres Thema ist die Anbindehaltung bei Rindern. Nun überlegt Niedersachsen, diese zu verbieten.“

In seiner Dankesrede betonte Tiedemann, dass die Dreifachbelastung als Tierarzt in Lüneburg und als Präsident der Tierärztekammern auf Bundes- und Landesebene für ihn keine Belastung gewesen sei. „Ich habe das immer gern gemacht und mir die Freude erhalten“, machte er deutlich.

Der Weg zum Bürgermeisteramt in Lanz

Nach dem Ende seiner Präsidentschaften zog Tiedemann 2024 von Lüneburg nach Lanz, wo er sich in Gadow ein Haus kaufte. Von der Natur der Prignitz begeistert, entschied er sich, dort zu leben. „Hier gibt es zum Glück kaum Monokulturen, sondern Mischwälder mit ganz hohen Douglasien“, schwärmt er. „Da sagte ich mir, hier will ich leben.“

Ursprünglich wollte er ohne Ehrenamt auskommen, doch Freunde schlugen ihm vor, als Bürgermeister zu kandidieren, obwohl er erst wenige Monate in der Gemeinde lebte. „Schließlich sagte ich dann, wenn ich gewählt werde, übernehme ich das Amt“, berichtet Tiedemann. So wurde er im Juni 2024 ehrenamtlicher Bürgermeister von Lanz. Damit ist Lanz die einzige Gemeinde in der Prignitz mit einem Bürgermeister, der das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse trägt.

Die Ehrung kam für Tiedemann überraschend. „Ich habe schon nicht mehr daran geglaubt, dass ich das Bundesverdienstkreuz erhalten werde“, gesteht er. „Umso überraschter kam jetzt diese Nachricht. Und dann auch noch, dass ich das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse bekomme, also eine besondere Auszeichnung.“ Bescheiden fügt er hinzu: „Ich fühle mich sehr geehrt.“

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