Bares für Rares: Gerichtsvollzieher schenkt Rocholl-Gemälde dem Museum
Gerichtsvollzieher schenkt Gemälde bei Bares für Rares

Bares für Rares: Gerichtsvollzieher schenkt Rocholl-Gemälde dem Museum

In einer ungewöhnlichen Wendung bei Horst Lichters beliebter Trödelshow „Bares für Rares“ verzichtete ein Teilnehmer aus Wolgast vollständig auf den Verkauf seines mitgebrachten Kunstwerks. Der 55-jährige Gerichtsvollzieher Carsten Beischall hatte sich mit einem besonderen Plan für die Sendung vom 10. April 2026 vorbereitet.

James-Bond-Fan mit kulturellem Erbe

Moderator Horst Lichter erkannte sofort die gewählte Ausdrucksweise seines Gastes und erkundigte sich nach dessen Beruf. Beischall, der sich als leidenschaftlicher James-Bond-Fan entpuppte, bevorzugt Roger Moore als idealen Bond-Darsteller – nicht nur wegen der Filmrollen, sondern insbesondere wegen dessen Auftretens als Gentleman und Engagement als Unicef-Botschafter.

Das mitgebrachte Gemälde stammte aus dem Erbe der Großtante seiner Ehefrau und zeigte ein idyllisches Fachwerkdörfchen aus der Vogelperspektive. Kunstexpertin Dr. Friederike Werner zeigte sich beeindruckt von dem „schönen, impressionistischen Werk“ des Malers Theodor Rudolf Rocholl (1854-1933).

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Historischer Wert und museumswürdige Qualität

Das 1923 entstandene Bild wurde von Rocholl geschaffen, der zunächst als Militärberichterstatter und Schlachtenmaler zwischen dem Deutsch-Französischen Krieg und dem Ersten Weltkrieg bekannt wurde, bevor er sich der Landschaftsmalerei zuwandte. Werner ordnete den Maler der „Düsseldorfer Schule“ zu und lobte den „sehr frischen“ Eindruck durch die vielfältige Farbigkeit.

Bereits im Sommer 2025 hatte Beischall das Gemälde dem Stadtmuseum Hofgeismar für die Ausstellung „Landlust“ zur Verfügung gestellt, wo es sogar als Motiv für das Ausstellungsplakat diente. Die Kunsthistorikerin bewertete den Zustand des Werkes als „sehr gut“.

Verkaufsbedingung mit kultureller Verpflichtung

Anders als die meisten Teilnehmer der Sendung verfolgte Beischall eine besondere Strategie: Er hatte sich vorgenommen, das Bild nur bei einer Schätzung von mindestens 3.000 Euro zu verkaufen. Sollte der Wert darunter liegen, wollte er das Gemälde dem Museum Hofgeismar vermachen, das bereits mehrere Werke von Rocholl in seiner Sammlung führt.

Dr. Friederike Werner erklärte, dass militärische Motive von Rocholl durchaus fünfstellige Beträge erzielen könnten, bei diesem Landschaftsbild jedoch mit einem bescheideneren Wert von 600 bis 800 Euro zu rechnen sei. Beischall reagierte gelassen auf diese Einschätzung: „Dann freue ich mich, dass das Bild im Museum einen schönen Platz finden wird.“

Sofortige Umsetzung des Versprechens

Sein Wort hielt der Gerichtsvollzieher umgehend: Noch auf der Rückfahrt von den Dreharbeiten in Pulheim übergab er das Rocholl-Gemälde persönlich dem Museum in Hofgeismar, nördlich von Kassel gelegen. Damit fand das Kunstwerk tatsächlich einen dauerhaften Platz in einer öffentlichen Sammlung, statt den Weg über den Trödelmarkt zu nehmen.

Diese ungewöhnliche Entscheidung unterstreicht, dass bei „Bares für Rares“ nicht immer der finanzielle Gewinn im Vordergrund stehen muss. Beischalls Engagement für den Erhalt kulturellen Erbes und seine Verbindung zum Museum Hofgeismar zeigen eine alternative Motivation für die Teilnahme an der populären Fernsehsendung.

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