Golliner Gesprächsrunde: Wie konstruktives Meckern die Demokratie stärkt
Golliner Gesprächsrunde: Meckern stärkt Demokratie

Golliner Gesprächsrunde: Wie konstruktives Meckern die Demokratie stärkt

In der malerischen Dorfkirche von Gollin findet am 7. April eine besondere Veranstaltung statt, die das Motto "Meckern erlaubt. Zuhören erwünscht. Nachfragen erbeten" trägt. Diese innovative Gesprächsreihe wird gemeinsam von der Evangelischen Kirchengemeinde Templin und der Stephanus-Stiftung organisiert und bringt Menschen mit unterschiedlichen Meinungen an einen Tisch.

Einladung zum offenen Dialog

Die nächste Gesprächsrunde findet von 19 bis 20.30 Uhr statt und erfordert keine vorherige Anmeldung. Als Gastgeber fungieren Britta Albrecht-Schatta, erfahrene Beraterin, und Mario Schatta, professioneller Coach, die in der historischen Golliner Kirche zu Gast sein werden. Charlotte Biermann, Pressesprecherin der Stephanus-Stiftung, betont die Bedeutung dieses Formats für die demokratische Kultur.

Mario Schatta erklärte seine Motivation für die Teilnahme: "Weil wir eine gute Streitkultur brauchen und Kritik dazu gehört, als wichtige 'Ausholbewegung', um die Demokratie zu stärken." Der Coach sieht im konstruktiven Meckern einen wesentlichen Schritt zur Problemlösung: "Meckern kann ein wichtiger Schritt sein, um konstruktiv mit Problemen umzugehen und nach Kompromissen zwischen Bedürfnissen, Ansprüchen und Möglichkeiten zu suchen."

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Moderation und Struktur

Die Veranstaltung wird professionell moderiert von Veit Böhnke, dem Pfarrer aus Templin, und Ingmar Bechstein, der mehrere Wohngruppen für Menschen mit Assistenzbedarf leitet. Diese Moderatoren sorgen für einen respektvollen Rahmen, in dem alle Teilnehmer zu Wort kommen können.

Vielfältige Themen und rege Beteiligung

Die bisherigen beiden Termine haben gezeigt, dass das Format auf großes Interesse stößt. Die Diskussionen umfassten ein breites Spektrum lokaler Anliegen:

  • Die Toilettenfrage an der Badestelle
  • Probleme mit Dauercamping
  • Fragen der Bürgerbeteiligung
  • Photovoltaik-Projekte
  • Barrierefreiheit bei Bahn und Bus
  • Abwasser-Thematiken

"Es fehlt nicht an Anliegen. Es fehlt eher an Räumen und geordnetem Rahmen, in denen solche Anliegen gehört werden", stellen die Veranstalter fest. Die meisten Teilnehmer nutzten die Runde nicht nur zum "Dampfablassen", sondern zeigten echtes Interesse an Lösungen.

Fundamentale demokratische Fragen

In den Diskussionen tauchten grundlegende Fragen zur Funktionsweise unserer Demokratie auf:

  1. Wer ist eigentlich zuständig für bestimmte Probleme?
  2. Warum wird Bürgerbeteiligung oft erst dann wichtig, wenn man selbst betroffen ist?
  3. Wie verständlich ist die Sprache der Kommunalverwaltung?
  4. Wie verkraftet eine Demokratie es, wenn gewählte Vertreter anders entscheiden als die lokale Stimmung es erwarten lässt?

Diese Fragen zeigen, dass die Gesprächsrunde mehr ist als nur eine Beschwerdeplattform. Sie entwickelt sich zu einem Ort der demokratischen Bildung und Reflexion, wo Bürger lernen, wie politische Prozesse funktionieren und wie sie sich konstruktiv einbringen können.

Die Veranstalter betonen, dass solche Formate essentiell sind für eine lebendige Demokratie. Sie schaffen nicht nur Gehör für Bürgeranliegen, sondern fördern auch das Verständnis für komplexe Entscheidungsprozesse und die Akzeptanz unterschiedlicher Perspektiven.

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