Neubrandenburgs Hundesportverein erlebt Renaissance: Hoopers und moderne Methoden begeistern
Hundesportverein Neubrandenburg: Renaissance mit Hoopers

Neubrandenburgs Hundesportverein erlebt eine bemerkenswerte Renaissance

Nach einer längeren Phase der Stagnation verzeichnet der traditionsreiche Hundesportverein Neubrandenburg wieder einen deutlichen Aufschwung. Die Mitgliederzahlen steigen kontinuierlich an, und auf dem historischen Übungsplatz am Fuße des Datzebergs hat mit Hoopers eine moderne, junge Sportart Einzug gehalten. Diese positive Entwicklung markiert einen Neuanfang für den Verein, der in den vergangenen Jahren mit Nachwuchssorgen und Mitgliederschwund zu kämpfen hatte.

Hoopers: Eine junge Disziplin erobert den Verein

An einem typischen Donnerstagnachmittag verwandelt sich der Übungsplatz in eine Arena der Konzentration und Geschwindigkeit. Der Border Collie Kaidan schießt wie ein Pfeil durch den Parcours – er nimmt Bögen, tippt zwischen Stangen, umrundet Tonnen und kehrt im Eiltempo zurück. Seine Hundeführerin Anja Ziegon, seit Januar 2025 Vorsitzende des Vereins, steht regungslos in einem markierten Zwei-Meter-Kreis und lenkt ihren vierbeinigen Partner ausschließlich mit präzisen Handzeichen. „Wir haben mittlerweile einen relativ großen Pool an Hunden, die im Hoopers trainieren“, erklärt Ziegon mit sichtlichem Stolz.

Im Gegensatz zum verwandten Agility, das seine Wurzeln im Reitsport hat, bleibt der Mensch beim Hoopers stets innerhalb seines Kreises. Der Hund absolviert die Strecke auf Distanz – in der Anfängerklasse über 14 Meter, in der höchsten Leistungsklasse sogar über 40 Meter. Bewertet wird nicht nur die Geschwindigkeit, sondern vor allem die Fehlerfreiheit der Durchläufe. Diese Disziplin erfordert eine besondere Kommunikation zwischen Mensch und Tier, die auf Vertrauen und subtilen Signalen basiert.

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Vom Neuanfang zur stabilen Gemeinschaft

Der Verein blickt auf magere Jahre zurück, wie Thomas Wienholz, seit 15 Jahren aktives Mitglied, berichtet: „Wir haben fast von vorn wieder angefangen. Die Generation, die den Verein einst getragen hat, ist nach und nach ausgeflogen, und junger Nachwuchs blieb lange aus.“ Doch diese Phase gehört der Vergangenheit an. Aktuell zählt der Hundesportverein Neubrandenburg wieder etwa 25 Mitglieder im Alter zwischen 21 und 71 Jahren.

Auffällig ist der Wandel in der Zusammensetzung:

  • Frauen stellen inzwischen die Mehrheit auf dem Übungsplatz – ein Phänomen, das Wienholz mit dem Pferdesport vergleicht
  • Die vertretenen Hunderassen haben sich verändert: Während früher vor allem große Rassen wie Schäferhunde, Boxer und Rottweiler dominierten, sind heute Border Collies, Labradore und Deutsch-Drahthaare häufiger anzutreffen

Vielfältiges Angebot und traditionelle Prüfungen

Der umzäunte Sportplatz am Datzeberg blickt auf eine lange Geschichte zurück – zunächst als sogenannter „Boxerplatz“ genutzt, dient er seit 35 Jahren als Hundesport-Areal. Unter der neuen Vereinsführung findet das Training nun regelmäßig dreimal wöchentlich statt. Das Angebot wurde deutlich erweitert:

  1. Hoopers als moderne Distanzsportart
  2. Klassisches Agility für Geschwindigkeitsbegeisterte
  3. Traditionelle Begleithundeausbildung
  4. Rally Obedience mit partnerschaftlichen Gehorsamsübungen
  5. Spürhundesport für besonders talentierte Nasen

Am 25. April steht die nächste Begleithundeprüfung an – eine wichtige Hürde für viele weiterführende Hundesportarten. Beim letzten Mal bestanden sieben von acht Teams die anspruchsvolle Prüfung, die mehr verlangt, als es zunächst scheint: Sozialverträglichkeit gegenüber Joggern, Radfahrern und unerwarteten Geräuschen, präzise Fußarbeit und ein zuverlässiges Ablegen auf Zeit. Wer sich aus dem markierten Kreis weiter als anderthalb Meter entfernt, hat bereits verloren.

Modernes Training: Vom Zwang zur positiven Motivation

Volker Dietzel, erfahrener Hundesportler mit seiner jungen Deutschen Dogge Taya, schätzt besonders den Wandel in den Trainingsmethoden: „Früher wurde sehr viel mit Zwang gearbeitet. Heute läuft vieles über Spiel, Futter und fundierte Hundepsychologie.“ Dieser Ansatz spiegelt die grundlegende Philosophie des Vereins wider, bei der das Wohl des Tieres stets im Mittelpunkt steht.

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Doch nicht alle im Wettkampfgeschehen teilen diese Einstellung, wie Vereinsvorsitzende Anja Ziegon kritisch anmerkt: „Der Ehrgeiz mancher Halter geht auf Turnieren bis heute zulasten der Tiere – da müssten Veranstalter und Tierärzte konsequenter einschreiten.“ Für den Neubrandenburger Verein bleibt die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem vierbeinigen Sportler oberstes Gebot.

Am hinteren Ende des Platzes demonstrieren zwei ungleiche Partner diese Harmonie: Percy, ein schwarzer Labrador, und Enzo, ein Deutsch-Drahthaar, bewegen sich synchron neben ihren Haltern. Der eine für die geduldige Jagd gezüchtet, der andere für das stöbernde Aufspüren von Wild – hier am Datzeberg laufen sie im gleichen Takt. Ruhig, aufmerksam und in perfektem Einklang zeigen sie, was moderner Hundesport heute bedeutet: Eine Partnerschaft auf Augenhöhe, bei der beide Seiten wissen, was als Nächstes kommt.