Neuer Impuls für barrierefreies Nachtleben in Neustrelitz
In Neustrelitz entsteht ein neues Angebot für inklusives Feiern: Am 17. April startet im Kühlhaus-Club, kurz KHC, die erste Inklusionsparty der Stadt. Die Veranstaltung beginnt bewusst früher um 17 Uhr und endet bereits um 21 Uhr, um Menschen mit Beeinträchtigungen einen zugänglichen Rahmen zum Tanzen und Feiern zu bieten.
Initiative für mehr Teilhabe am gesellschaftlichen Leben
Die Idee zu dieser besonderen Party stammt von Andrea Gau aus Neustrelitz, die beruflich mit Menschen mit Beeinträchtigungen arbeitet. „Auf einer Inklusionsparty werden Menschen mit Beeinträchtigungen nicht ausgelacht oder beschimpft. Davor haben diese Frauen und Männer nämlich Angst“, erklärt Gau. Viele Betroffene blieben daher lieber unter sich, obwohl sie grundsätzlich gerne Kontakt zu anderen aufnehmen würden.
Andrea Gau betont, dass auch diese Menschen gerne feiern, tanzen und laute Musik mögen. „Nur leider gibt es für sie kaum Orte, an denen sie genau das erleben könnten“, so die Initiatorin. Die Inklusionsparty im KHC soll diese Lücke schließen und ein sicheres, einladendes Umfeld schaffen.
Organisation durch engagierten Studenten und Eventmanager
Die Umsetzung der Party liegt in den Händen von Jamy Lazar, einem 24-jährigen Jurastudenten der Universität Greifswald, der nebenbei im Eventmanagement tätig ist. Lazar ist Pächter des Kühlhaus-Clubs und organisiert regelmäßig Veranstaltungen in dem etwa 1800 Quadratmeter großen Lokal mit zwei Ebenen.
„Wir haben einiges verändert“, berichtet Lazar stolz über seinen Club. Der junge Mann organisiert auch das diesjährige Strelitzienfest im Auftrag der Stadt Neustrelitz und zeigt damit sein Engagement für die Heimatregion.
Details zur Veranstaltung und Zukunftsperspektiven
Für die Premiere am 17. April wird zunächst nur die untere Etage des KHC genutzt. Der Eintritt kostet fünf Euro, wobei Begleitpersonen kostenlos teilnehmen können. Andrea Gau hofft auf regen Zuspruch: „Schön wäre, wenn es ein fester Termin in Neustrelitz würde“. Sie wünscht sich, dass auch Tanzlustige aus der weiteren Umgebung den Weg zur Inklusionsparty finden.
Die Veranstalter planen, bei guter Resonanz weitere Inklusionspartys zu organisieren. Damit könnte Neustrelitz eine Vorreiterrolle in der Region für barrierefreies Nachtleben einnehmen und zeigen, wie Inklusion im gesellschaftlichen Leben praktisch umgesetzt werden kann.



