Bürgerpreis-Nominierung für hallesche Katzenschützerin: 20 Jahre Einsatz für Straßenkatzen
Seit mehr als zwei Jahrzehnten widmet sich Kathrin Bloßfeld dem Schutz von Straßenkatzen in Halle. Die 55-Jährige engagiert sich im örtlichen Katzenschutzverein Felidae und ist nun für den renommierten Bürgerpreis Der Esel, der auf Rosen geht nominiert. Ihr unermüdlicher Einsatz zeigt, wie wichtig ehrenamtliche Arbeit für das Wohl der Tiere ist.
Von der Katzenliebhaberin zur Vereinsvorständin
Die Leidenschaft für Katzen begleitet Kathrin Bloßfeld seit ihrer Kindheit. Ich kann mir ein Leben ohne Katzen nicht vorstellen, betont die engagierte Frau. Nach dem Tod ihrer eigenen Katze im Jahr 2005 entdeckte sie eine Anzeige des Kleintierschutzvereins Felidae, der damals nach ehrenamtlicher Unterstützung suchte. Ihr erster Besuch im Tierheim wurde zum Schicksalsmoment: Eine kleine schwarze Katze sprang ihr auf den Schoß und fand sofort ein neues Zuhause. Ich habe sie sofort mit nach Hause genommen. Und zwei Tage später auch ihre Schwester, erinnert sich Bloßfeld.
Sterilisation als wichtigste Maßnahme gegen Überpopulation
Die Arbeit von Kathrin Bloßfeld konzentriert sich vor allem auf die Sterilisation von Straßenkatzen. Ein anschauliches Beispiel verdeutlicht die Dringlichkeit: Aus 20 Katzen, die von einer älteren Dame in Halle gefüttert wurden, wären innerhalb von nur zwei Monaten 45 Tiere geworden. Die ältere Dame hat nun ein Fütterungsverbot, erklärt Bloßfeld. Durch das Einfangen und Sterilisieren der Tiere kann die unkontrollierte Vermehrung gestoppt werden.
Die ehrenamtliche Helferin verbringt regelmäßig ganze Nächte damit, die scheuen Tiere mit Lebendfallen einzufangen. Manche Mini-Tiger sind so schlau, dass sie sich den Köder aus der Falle holen und dann wieder entwischen, berichtet sie. Doch sie gibt nicht auf, denn gerade tragende Katzen haben schlechte Chancen auf der Straße.
Umfassende Betreuung und medizinische Versorgung
Neben der Sterilisation kümmert sich der Verein Felidae auch um kranke und verletzte Straßenkatzen. Wir haben beispielsweise gerade eine Katze mit einer kaputten Pfote gefunden, sie wird hier in unserem Tierheim behandelt, sagt Kathrin Bloßfeld. Häufige Gesundheitsprobleme sind Darmparasiten wie Giardien, die bei Streunerkatzen weit verbreitet sind.
Die medizinische Versorgung verursacht erhebliche Kosten: Allein im vergangenen Jahr beliefen sich die Tierarztkosten auf rund 65.000 Euro. Zwar übernimmt die Stadt Halle einen Teil der Sterilisationskosten mit 5.000 Euro, doch die verbleibende Lücke muss durch Spenden geschlossen werden. Ohne den ehrenamtlichen Einsatz von Kathrin Bloßfeld und 57 weiteren Ehrenamtlichen beim Verein Felidae könnte den Straßenkatzen in Halle jedoch nicht so gut wie bisher geholfen werden.
Vereinsarbeit mit beeindruckenden Zahlen
Seit der Gründung des Vereins Felidae wurden schätzungsweise 5.000 Katzen aufgenommen, behandelt und an Tierliebhaber vermittelt. Viele davon sind auch sterilisiert worden, denn die meisten sind Straßenkatzen, erklärt Kathrin Bloßfeld. Allerdings tauchen jene Tiere, die nur eingefangen, sterilisiert und wieder freigelassen werden, nicht in dieser Statistik auf. Nicht alle Straßenkatzen können im Heim aufgenommen werden, da einige zu wild und menschenscheu sind.
Als voll berufstätige Frau opfert Kathrin Bloßfeld ihre Wochenenden für den Katzenschutz. Jeden Samstag und Sonntag ist sie im Tierheim an der Ottostraße im Einsatz, wo sie Katzenklos reinigt, Futter verteilt und Fahrten zum Tierarzt übernimmt. Seit 2006 ist sie zudem als Vorstandsmitglied für die Mitgliederbetreuung verantwortlich.
Der Bürgerpreis Der Esel, der auf Rosen geht
Der Bürgerpreis wird jährlich an Menschen und Organisationen verliehen, die sich in Halle und dem Saalekreis ehrenamtlich engagieren. Personen jeden Alters, Vereine, lose Gruppen oder Initiativen können unter www.esel-auf-rosen.de vorgeschlagen werden. Eine Jury entscheidet über die Gewinner, die am 22. August im Neuen Theater Halle ausgezeichnet werden. Vorschläge können noch bis zum 16. Mai eingereicht werden. Der Preis ist eine Initiative der Mitteldeutschen Zeitung, der Volksbank und des Neuen Theaters.
Die Nominierung von Kathrin Bloßfeld würdigt nicht nur ihren persönlichen Einsatz, sondern macht auch auf die wichtige Arbeit des Katzenschutzvereins Felidae aufmerksam. Ihr Engagement zeigt, wie ehrenamtliche Hilfe das Leben von Straßenkatzen nachhaltig verbessern kann.



