Königspython als Mitbewohner: Uckermarker Familie teilt Wohnung mit Würgeschlange
In Prenzlau in der Uckermark lebt eine Familie seit zwei Jahrzehnten mit einem ungewöhnlichen Haustier zusammen: einem Königspython. Stefan Uhlig, ein pensionierter Armaturenwerker, zeigt stolz seine über einen Meter lange Würgeschlange, die als anspruchsloser Terrariumbewohner gilt.
Genügsamer Liebling mit einfachen Bedürfnissen
Der Königspython, der mittlerweile 1,20 Meter lang ist und einen Umfang von 15 Zentimetern hat, benötigt laut Uhlig nur wenig Pflege. „Sie braucht nicht viel. Ein bisschen Wasser und einmal im Monat eine Maus. Dann ist sie glücklich“, erklärt der 65-Jährige. Fachliteratur beschreibt die Schlange als für Anfänger gut geeignet, was das Leben mit ihr erleichtert.
Von der Tochter zum Vater: Eine ungewöhnliche Übernahme
Ursprünglich hatte sich Tochter Ariane in den Exoten verliebt, doch als sie schwanger wurde, entschieden die Eltern, den Königspython bei sich aufzunehmen. Ehefrau Ute war anfangs wenig begeistert und hat bis heute eine unterschwellige Sorge, dass die Schlange ausbrechen könnte. „Ich bin erst beruhigt, wenn Stefan das Terrarium abgeschlossen und den Schlüssel mit in die Schlafstube gebracht hat“, gesteht sie.
Fotografische Leidenschaft und beliebtes Fotoobjekt
Stefan Uhlig entdeckte schnell eine große Leidenschaft für das Reptil, besonders im Zusammenhang mit seinem Hobby, der Fotografie. Über die Jahre posierten zahlreiche Aktmodelle mit der Schlange, und Bilder davon schmücken die Wände seines Plattenbauateliers. Auch Kinder aus der Nachbarschaft klopfen gelegentlich an, um Fotos mit dem Königspython machen zu lassen.
Debatte um Frostfutter und zukünftige Pläne
Eine Herausforderung ergab sich, als die örtliche Zoohandlung den Vertrieb von Lebendfutter einstellte. Die Familie musste auf Frostware umschwenken, was die Schlange zunächst ablehnte. Nach einem halben Jahr des Hungerns akzeptierte sie schließlich die gefrorenen Nager, die nun in der Gefriertruhe neben Eiscreme und Rotkohl lagern. Doch die Ära des ungewöhnlichen Mitbewohners könnte bald enden: Die Uhligs möchten den Königspython abgeben, da sie älter werden und das Reptil noch mindestens 20 Jahre vor sich hat. Interessenten können sich per E-Mail melden.



