Osterfeuer in Wittenberge: Traditioneller Auftakt mit modernen Plänen
Bereits am Mittwochabend entzündete die Wittenberger Schützengilde das erste Osterfeuer der Saison in der Prignitz-Region. Pünktlich um 18 Uhr loderten die Flammen auf dem Vereinsgelände in der Abenddämmerung, nachdem sich ab 17 Uhr die ersten Besucher eingefunden hatten. Damit startet der Verein traditionell früh in die Osterfeuer-Saison, während die meisten Kommunen ihre Veranstaltungen erst rund um die Kar- und Ostertage planen.
Verein öffnet sich für die Stadtgesellschaft
Norbert Paatsch, der kürzlich für eine zweite Amtszeit als Präsident der Schützengilde wiedergewählt wurde, erklärt die Terminwahl: „Bei uns ist Mittwoch Vereinstag, deswegen legen wir die Veranstaltung immer auf diesen Tag.“ Jährlich öffnet der Verein am Mittwoch der Karwoche seine Türen für die Wittenberger Bürger – sofern keine extreme Trockenheit und Waldbrandgefahr besteht. Diese Öffnung passt zur Strategie des Vereins, sich stärker gegenüber der Stadtgesellschaft zu präsentieren.
Die Besucher des Osterfeuers stimmten sich bei Würstchen vom Grill, kühlem Bier und erfrischenden Softdrinks auf das kommende Osterfest ein. „Wir sind zum ersten Mal hier“, berichtete eine Besucherin. „Es ist kleiner, aber dafür gemütlich.“ Viele Familien mit kleinen Kindern nutzten die Gelegenheit, sich am wärmenden Feuer zu erfreuen und die gesellige Atmosphäre zu genießen.
Ambitionierte Pläne für Veranstaltungen und Landesgartenschau
Die Schützengilde hat ein umfangreiches Programm für die kommenden Monate angekündigt. Am 5. und 6. Juni lädt der Verein zum traditionellen Schützenfest ein, bei dem nicht nur der Stadtkönig ermittelt wird, sondern auch ein Shanty-Chor und ein DJ für musikalische Unterhaltung sorgen. Pfeil- und Bogenschießen steht ebenfalls auf dem Programm. Am 18. September folgt ein bayerisch-zünftiges Oktoberfest auf dem Vereinsgelände.
Besonders engagiert zeigt sich der Verein bei den Vorbereitungen zur Landesgartenschau im kommenden Jahr. Vizepräsident Steffen Gitter erläutert: Der bereits renovierte Bungalow, der direkt an das Kerngebiet der Laga sowie an einen großen Parkplatz grenzt, wird einen zentralen Infopunkt und ein Kartenhäuschen beherbergen. Darüber hinaus plant die Schützengilde einen eigenen Schützenpokal, der mit Unterstützung einer großen deutschen Biermarke als Sponsor finanziert werden soll.
Norbert Paatsch ergänzt die Pläne: Auf einem Gelände direkt am Friedhof soll ein Lehrpfad für Jugendliche mit landestypischen Gehölzen entstehen, begleitet von einem „grünen Klassenzimmer“. „Wir möchten uns breit aufstellen und verfügen über ein fantastisches Gelände“, betont Steffen Gitter die Möglichkeiten des Vereins.
Wachsendes Interesse am Verein und neuen Sportarten
Die Schützengilde verzeichnet aktuell 240 Mitglieder und gehört damit zu den größten Schützenvereinen in Brandenburg. „Wir haben eine ständig steigende Mitgliederzahl und rund ein bis zwei Neuanträge im Monat“, freut sich Präsident Paatsch. Allerdings gestaltet sich die Nachwuchsgewinnung in der Altersgruppe von zwölf bis achtzehn Jahren schwieriger – hier sind derzeit nur vierzehn Jugendliche aktiv.
Sportlich erweitert der Verein sein Angebot kontinuierlich. Neben der bereits etablierten Tischtennis-Abteilung, die auch Menschen anspricht, die weniger mit dem Schützensport verbunden sind, soll bald Steeldarts als weitere Disziplin hinzukommen. Geplant sind Turniere und Wettkämpfe in dieser populären Sportart. „Darts hat unter jungen Leuten viel Interesse gefunden“, erklärt Paatsch. „Und die Scheibe sieht ähnlich aus wie beim Schießen.“
Mit diesem Mix aus traditionellem Brauchtum, modernen Sportangeboten und engagierter Stadtteilarbeit positioniert sich die Wittenberger Schützengilde als lebendiger und wachsender Verein, der die Osterfeuer-Tradition mit zukunftsorientierten Projekten verbindet.



