Kuriositäten und Klassiker: Ein Streifzug über den Riesenflohmarkt auf der Theresienwiese
Riesenflohmarkt auf der Theresienwiese: Kurioses und Klassiker

Ein Traumtag für Trödelfreunde: Der BRK-Riesenflohmarkt lockt Tausende

Die Theresienwiese in München erwacht am Samstagvormittag zum Leben: Neben dem Frühlingsfest und dem Riesenrad pulsiert der riesige Flohmarkt des Bayerischen Roten Kreuzes mit etwa 80.000 Besuchern und 3.000 Verkäufern. Bei strahlendem Sonnenschein bietet sich ein Kontrast zum verregneten Trauerspiel von 2024, als viele Händler früh abbrachen.

Von Schallplatten bis Wildgeweihen: Die Vielfalt der Angebote

Dieter (78) aus Offenbach präsentiert einen echten Klassiker: über 3.000 Schallplatten aus seiner privaten Sammlung, darunter Raritäten. "Hängen Sie mal eine Null dran", antwortet er auf die Frage nach der Gesamtzahl. Während er mit einem Auge die wühlenden Kunden beobachtet, kontrolliert ein BRK-Mitarbeiter seinen Standausweis – denn die Einnahmen aus Gebühren fließen sozialen Projekten zu.

Wolfgang Stowasser (67), ein "Münchner Kindl" aus Pasing, hat ausgefallenere Ware im Angebot: Geweihe von Wildtieren, Holzschnitzereien und ein Portrait von König Ludwig II. Für einen ausgestopften Muffelkopf verlangt er 150 Euro. "Ich kauf das von Jägern auf", erklärt er, oft von Witwen, die die Stücke günstig loswerden wollen. Nach einem Schlaftrunk im Augustinerkeller übernachtete er vor Ort im Schlafsack, um seine Ware zu schützen.

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Internationale Gäste und skurrile Fundstücke

Peter Camarello (72) reiste extra aus Slowenien an und schlug bei einer E-Bassgitarre zu – "a very good one". Anni G. (26) aus München entdeckte ein metallenes, gelb lackiertes "t", vermutlich einst Teil eines Fassadenlogos, für 12 Euro. "Der kommt bei uns in der Wohnung an die Wand", sagt sie.

Die Atmosphäre wird bereichert durch einen Panflötenspieler, der "Griechischer Wein" pfeift, und einen scheinbar schlafenden Händler neben lauter Musik. Von Comicheften über Motorsägen bis zu historischen Tuschefedern – die Bandbreite ist enorm. Lehrerin Melanie K. (41) freut sich über einen Kinderstuhl für 10 Euro und historische Utensilien aus einem 1944 zerbombten Schreibwarenladen, die sie im Gestaltungskurs einsetzt.

Praktische Herausforderungen und analoges Feeling

Auf 80.000 Quadratmetern mit 2.500 Ständen wird es gegen Mittag eng, doch Ming (51) und Li (49) navigieren mit einem Bollerwagen durch die Gänge. "Wir kaufen auch für unsere Freunde ein", erklärt Ming, ärgert sich aber über das überlastete Mobilfunknetz. Andere genießen das analoge Feeling in einer Zeit, als Handys noch nicht allgegenwärtig waren.

Amen Tongi (22) aus Dijon präsentiert stolz einen gelben Pullunder für einen Euro aus 100% Baumwolle, während er eine Cartier-Uhr für 700 Euro als zu teuer empfindet. Bei steigenden Temperaturen binden sich Besucher die Pullis um den Bauch, und der Duft von Bratwurst mischt sich mit Räucherstäbchen.

Der Flohmarkt bleibt ein lebendiges Stück Münchner Kultur, das soziale Projekte unterstützt und unvergessliche Eindrücke bietet.

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