Fehlschuss des Jahres: Klose analysiert Lubachs verpasste Monster-Chance
Egal, ob man auf der Alm zu den Nürnberger oder Bielefelder Anhängern gehörte – als Rafael Lubach (21) in der Nachspielzeit aus knapp sechs Metern den Ball am fast leeren Tor vorbeischob, herrschte auf den Rängen große Ungläubigkeit. Wie kann man so eine Mega-Chance auf den Sieg und damit den vorzeitigen Klassenerhalt vergeben?
Klose: 'Das ist alles Selbstvertrauen'
Das fragte sich nach dem 1:1-Unentschieden natürlich auch der ehemalige Weltklasse-Stürmer Miroslav Klose (47). Der Club-Trainer zur 'Szene des Spiels': 'Rafael lässt sich gut fallen. Ich weiß nicht, ob er den Ball ein bisschen zu spät sieht. Aber das ist alles Selbstvertrauen, an dem er arbeiten muss. Damit er in solchen Situationen einfach diesen Punch hat.'
Lubach, der bei seinem missglückten Torschuss das eigene Standbein anschoss, hat in den vergangenen Monaten die Leichtigkeit verloren. Von Selbstbewusstsein kann beim besten FCN-Spieler der Hinrunde längst keine Rede mehr sein. Zuletzt hatte er auch keinen Stammplatz mehr in der Startelf.
Rhythmusverlust durch Sperren
Klose weiter: 'Rafael hat sich selbst mit seiner Roten Karte und der fünften Gelben Karte und den damit verbundenen beiden Sperren rausgenommen. Es fehlt ihm ein wenig der Rhythmus. Er ist zuletzt zweimal eingewechselt worden, heute das dritte Mal ein wenig länger. Aber da muss er jetzt durch. Diese Chance wird ihm sicher noch ein wenig durch den Kopf gehen.'
Yilmaz tröstet Kumpel Lubach
Schon in der Kabine soll Lubach todtraurig gewesen sein. Zimmergenosse und Freund Berkay Yilmaz (21/Nürnbergs Bester) leistete erste Aufbauarbeit: 'Rafael ist ein sehr guter Freund von mir und ich habe ihm gesagt, dass er weitermachen muss. Er ist natürlich unglücklich, aber es bringt jetzt nichts, auf den Jungen einzuschlagen. Man muss ihn motivieren, damit er nächste Woche und in den kommenden Spielen für uns wieder wichtig ist.'
Nicht der einzige Schuldige
Zur Wahrheit gehört aber auch: Lubach war nicht der einzige Schuldige am verpassten Auswärtssieg. Wie die Innenverteidiger Fabio Gruber (23) und Luka Lochoshvili (24) beim späten Freistoßtor (81.) von Ex-Club-Profi Tim Handwerker (27) die Mauer öffneten, war amateurhaft und darf so aktuellen Nationalspielern nicht passieren.
Das 1:1-Unentschieden gegen Bielefeld bedeutet für den 1. FC Nürnberg eine verpasste Gelegenheit, den Klassenerhalt frühzeitig zu sichern. Die Mannschaft muss nun in den verbleibenden Spielen weiter um wichtige Punkte kämpfen, während Lubach an seinem Selbstvertrauen arbeiten muss, um wieder zu alter Stärke zurückzufinden.



