Dorfleben in Siggelkow: Scheunen-Konzerte locken Publikum über Gemeindegrenzen hinaus
Siggelkower Scheunen-Konzerte ziehen überregionale Besucher an

Kulturelles Dorfleben: Siggelkower Scheunen werden zu Veranstaltungsorten

Die idyllische Gemeinde Siggelkow mit ihren etwa 800 Einwohnern in der Kernortschaft und fünf Ortsteilen präsentiert sich keineswegs als verschlafenes Dorf. Im Gegenteil: Regelmäßig finden an verschiedenen Orten kulturelle Veranstaltungen statt, die mittlerweile nicht nur Einheimische, sondern auch Gäste aus der weiteren Umgebung anlocken. Das lebendige Gemeindeleben wird maßgeblich durch engagierte Bürger geprägt, die mit viel Herzblut Veranstaltungsorte schaffen und betreiben.

Musikalisch-literarischer Abend im Hummelhof

Am Samstag, den 28. März, öffnet der Hummelhof von Bernd und Petra Brückner ab 19 Uhr seine liebevoll sanierte Scheune für ein besonderes Abendprogramm. Die Künstlerin Julianta Djäzz, bürgerlich Julia Spiering, gastiert gemeinsam mit dem Parchimer Alltagspoeten Juh, eigentlich Jörg Ulrich Helgert, und der Goldberger Sopranistin Naschma, mit bürgerlichem Namen Nadja Schmalenberg. Die drei Künstler haben bereits im vergangenen Jahr in Parchim erfolgreich zusammengearbeitet und das Publikum begeistert.

Bei einer gemeinsamen musikalischen Lesung erwartet die Besucher ein abwechslungsreicher Abend aus Musik und Poesie. Juh präsentiert eine Auswahl an Lyrik zum Mitnehmen, während Julianta Djäzz ihr neues Album „Songs für eine bessere Welt“ vorstellt. Als besondere Bereicherung des Programms tritt Gastkünstlerin Naschma mit Liedern aus ihren Herzensgründen auf und sorgt für kontrastreiche musikalische Akzente. Der Eintritt beträgt zehn Euro, Einlass ist bereits ab 18 Uhr möglich.

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Gemütliche Atmosphäre in historischem Ambiente

Es handelt sich bereits um das vierte Konzert in der heimeligen Scheune in der Rudolf-Breitscheit-Straße von Siggelkow. „Über fünf Jahre haben wir die Scheune ausgebaut“, berichtet Petra Brückner stolz. Die Küche ist mittlerweile fast fertiggestellt, und die gemütliche Atmosphäre wird durch einen Kaminofen in der Nähe der Bühne sowie kleine Lichter in den Fensterlaibungen unterstrichen. „Es soll eine gemütliche Stimmung entstehen. Auch, wenn es draußen kalt ist“, so Brückner weiter.

Nicht nur der Hummelhof dient als kultureller Treffpunkt. Kati Panzer vom Zukunftsverein Siggelkow erklärt: „Man kann schon fast sagen, dass die Frühjahrskonzerte auf dem Hummelhof stattfinden und die Winterkonzerte in Emmas Scheune.“ In der Adventszeit verwandelt sich der Hummelhof zudem zum Veranstaltungsort für das beliebte Hummelglühen.

Vielfältige Veranstaltungsorte im Dorf

Das kulturelle Angebot in Siggelkow beschränkt sich nicht auf Scheunenkonzerte. Peter Brückner ergänzt: „Etwa die Gaststätte ‚Linde‘, in der zum Beispiel die Frauentagsfeiern oder der Sportlerball, Irish-Folk-Abende und andere Events stattfinden.“ Auch die Kirche und das Sportlerheim gehören zu den regelmäßig genutzten Veranstaltungsorten. Der Pfauenaugenhof von Julia Spiering bietet derzeit eine Konzertpause, könnte aber 2027 wieder aktiv werden.

Julia Spiering, die mit ihrer Frau Carmen auf dem Pfauenaugenhof lebt, bietet dort neben ihrer musikalischen Tätigkeit auch Klangmassagen und Klangbäder an, da sie zusätzlich als Klangarbeiterin tätig ist. Ihr erstes Hof-Konzert im Jahr 2021 mit der Band Jaraway markierte den Beginn dieser besonderen kulturellen Entwicklung in Siggelkow.

Zugezogene bereichern das Gemeindeleben

Die Brückners sind im Sommer 2023 aus Leipzig nach Siggelkow gezogen und haben dort ihre neue Heimat gefunden. „Hier haben wir den Platz für unseren nächsten Lebensabschnitt gefunden und fühlen uns auch sehr wohl“, erzählt Peter Brückner. Die Gemeinde liegt südlich von Parchim direkt an der Mooster und bietet den Zugezogenen genau das, was sie suchten.

Das besondere Gemeinschaftsgefühl in Siggelkow beschreibt Peter Brückner so: „Die Gemeinschaft hier ist schon etwas Besonderes. Es ist anders als Leipzig, aber ein Schalfdorf ist es dennoch nicht.“ In der Dorfgemeinschaft packt jeder mit an, wo Hilfe benötigt wird, und jeder bringt seine individuellen Fähigkeiten, Talente, Kontakte und Möglichkeiten ein. „Und alles geht fließend ineinander über“, fügt Brückner abschließend hinzu.

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