Verein Astronomikus will historisches Planetarium in Torgelow wiederbeleben
Verein will historisches Planetarium in Torgelow wiederbeleben

Verein Astronomikus will historisches Planetarium in Torgelow wiederbeleben

In Torgelow schlummert ein astronomisches Kleinod, das nur wenige kennen: Ein kleines Planetarium im Anbau des ehemaligen Kopernikus-Gymnasiums. Der neu gegründete Verein Astronomikus Torgelow hat sich zum Ziel gesetzt, diese Einrichtung wieder nutzbar und öffentlich begehbar zu machen. Tobias Güra und Johannes Wittenberg, die treibenden Kräfte hinter der Initiative, träumen davon, das Zeiss-Klein-Planetarium ZKP-1 mit seiner Sechs-Meter-Projektionskuppel wieder zum Leben zu erwecken.

Eine Idee mit langer Geschichte

„Die Idee, das Planetarium wieder öffentlich zugänglich zu machen, gibt es bereits seit etwa 2018“, erklärt Johannes Wittenberg. Der studierte Luft- und Raumfahrttechniker wurde bereits während seiner Schulzeit am Kopernikus-Gymnasium von der Astronomie begeistert. Tobias Güra, Medizinökonom von Beruf, erinnert sich ebenfalls lebhaft an die inspirierenden Stunden unter der Projektionskuppel: „Die Astronomielehrerin Kornelia Spelly hat uns damals mit dem Kleinplanetarium für den Sternenhimmel begeistert.“

Beide betonen das besondere Alleinstellungsmerkmal der Anlage: Die Kombination aus Sternwarte und Planetarium ist in der gesamten Region einzigartig. In dem kleinen Raum können maximal 35 Personen gleichzeitig den künstlichen Sternenhimmel erleben, der durch filigrane analoge Optiken auf die weiße Stoffkuppel projiziert wird.

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Technische Herausforderungen und historischer Hintergrund

Der Weg zur Wiedereröffnung ist jedoch mit Herausforderungen gepflastert. Das technische Herzstück – der Zeiss-Projektor ZKP-1 – benötigt dringend eine Überholung. „Wir können von Glück sagen, dass die Räume nicht umgebaut wurden“, sagt Tobias Güra, „aber die Zeit ist nicht spurlos an den Geräten vorübergegangen.“

Die Vereinsmitglieder haben bereits Kontakt zur Firma Karl Zeiss aufgenommen, um Fachleute für die historische Technik zu finden. Ein möglicher Ansprechpartner in Prag wurde identifiziert, doch ein konkreter Kontakt steht noch aus. Der Projektor muss zerlegt, die Mechanik geprüft und die Elektrik überholt werden – eine Aufgabe für spezialisierte Experten.

Das Planetarium selbst hat eine wechselvolle Geschichte: Ursprünglich im Zweiten Weltkrieg entwickelt, wurde das ZKP-1 in der DDR nach Originalplänen nachgebaut. Ein Exemplar war bis 1980 in der Archenhold-Sternwarte in Berlin im Einsatz, bevor es von Mitgliedern einer Arbeitsgemeinschaft des Torgelower Gymnasiums demontiert und nach Torgelow überführt wurde. Nach dreizehn Jahren Aufbauarbeit konnte das Planetarium ab 1993 für den Schulunterricht genutzt werden.

Von der Schulnutzung zum Dornröschenschlaf

Bis zur Auflösung des Kopernikus-Gymnasiums Ende der 2000er-Jahre diente das Planetarium regelmäßig im Astronomieunterricht. Danach geriet der speziell errichtete Anbau in Vergessenheit – bis Tobias Güra, Johannes Wittenberg und ihre Mitstreiter den Raum aus seinem Dornröschenschlaf weckten. „Inzwischen sind wir uns mit dem Schulamt und der Schulleitung einig, dass wir hier etwas tun und das Planetarium wieder öffentlich zugänglich machen“, betont Wittenberg.

Aktuell sichten die Vereinsmitglieder den umfangreichen Bestand an Technik und Literatur, der teilweise noch in Kisten lagert. Parallel dazu suchen sie nach weiteren Enthusiasten, die sich als aktive oder passive Mitglieder in den Verein einbringen möchten. Der Weg zur Wiedereröffnung wird noch Zeit benötigen, doch die Vision ist klar: Torgelow soll wieder einen öffentlichen Zugang zum Sternenhimmel erhalten – durch ein Stück lebendige Technikgeschichte.

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