Autobahnausbau in Mecklenburg-Vorpommern auf unbestimmte Zeit verschoben
Die lang erwartete Erneuerung des ältesten Teilstücks der Autobahn 14 zwischen dem Kreuz Schwerin und der Anschlussstelle Schwerin-Ost wird sich deutlich verzögern. Nach aktuellen Angaben der bundeseigenen Autobahngesellschaft wird mit einem Baubeginn frühestens im Jahr 2040 gerechnet.
Planungsverzögerungen und Kapazitätsengpässe
Ronald Normann, Chef der Nordost-Niederlassung der Autobahngesellschaft, bestätigte, dass sich der Planungsbeginn um mindestens zwei Jahre verschiebt. "Bis Baurecht geschaffen ist, werden voraussichtlich mindestens zehn Jahre vergehen", erklärte Normann. Das Projekt erfordere ein "sehr aufwendiges Baurechtsverfahren", da es sich um einen Neubau handelt und zusätzliche Flächen versiegelt werden müssen.
Die Verzögerungen sind auch auf umfangreiche Arbeiten an der Autobahn 24 zurückzuführen. "Auf der A24 sind mehr Erhaltungsarbeiten notwendig geworden, als uns lieb war", so Normann. Diese Arbeiten hätten Kapazitäten gebunden, die eigentlich für die A14 vorgesehen waren.
Historischer Hintergrund und aktuelle Probleme
Die A14 wurde Anfang der 1980er-Jahre errichtet, wobei ein etwa 20 Kilometer langes Teilstück teilweise nur einspurig ausgeführt wurde. Der Weiterbau Richtung Wismar war zu DDR-Zeiten aus Kostengründen eingestellt worden. Erst nach der Wiedervereinigung wurden die Verkehrsplanungen wieder aufgenommen.
Das alte Teilstück der A14 entwickelt sich zunehmend zum Problemfall:
- In den vergangenen Jahren mussten immer wieder Abschnitte wochenlang gesperrt werden
- Die marode Störbrücke nahe Plate erreicht ihr Lebensende
- Bis Jahresende wird eine Behelfsbrücke für sieben Millionen Euro errichtet
Brückensanierung als dringende Priorität
Die Brückenerneuerung wird in den kommenden Jahren zum Schwerpunkt in der Region. Allein in Mecklenburg-Vorpommern müssen etwa 70 Autobahnbrücken saniert oder ersetzt werden. In der gesamten Nordost-Region sind knapp 150 Überführungen betroffen.
"Es gibt eine Reihe von Überführungen, die nicht mehr so tragfähig sind", betonte Normann. Die Autobahngesellschaft plane derzeit an Schwerpunktbrücken, um nicht ganze Autobahnabschnitte sperren zu müssen.
Personal- und Planungsengpässe
Ein wesentliches Problem stellt der Mangel an Planungskapazitäten dar. In der Autobahnaußenstelle steht derzeit lediglich eine halbe Stelle für Brückenplanung zur Verfügung. "Neues Personal ist nicht zu finden", bedauerte Normann.
Trotz der Herausforderungen kündigte er an, dass in diesem Jahr in Mecklenburg-Vorpommern mit dem Bau von fünf Brücken begonnen wird. Die Baukapazitäten sollen in den kommenden Jahren kontinuierlich erhöht werden.



