Bund zahlt Abwrackprämie für Krabbenkutter: Brötchen bald teurer?
Abwrackprämie für Krabbenkutter: Preise steigen

Der Bund zahlt Fischern Geld dafür, dass sie ihre Kutter verschrotten. 20 Millionen Euro stecken in einer neuen Abwrackprämie für die Nordsee-Fischerei. Vor allem Krabbenkutter sollen verschwinden – die Flotte soll um rund 30 Prozent schrumpfen. Für Verbraucher hat das eine klare Botschaft: Das Krabbenbrötchen dürfte eher teurer werden als billiger.

Großes Interesse an der Prämie

Das Interesse an der Prämie ist riesig. Bis Ende März gingen bereits 48 Anträge ein – mehr, als in der ersten Förderrunde bezahlt werden kann. Viele Fischer wollen raus aus dem Geschäft, viele alte Kutter stehen vor dem Aus. Schon bald könnte sich das Bild an der Küste deutlich verändern. In Niedersachsen und Schleswig-Holstein sollen jeweils sieben bis acht Krabbenkutter stillgelegt werden, dazu kommen einige Plattfischkutter. Ende des Jahres könnten spürbar weniger Boote in den Häfen liegen.

Gründe für den Rückzug

Den Fischern fehlt der Platz – und oft auch der Fang. Offshore-Windparks breiten sich aus, Meeresschutzgebiete werden größer, Fangflächen schrumpfen. Gleichzeitig schwanken die Bestände stark, viele Betriebe verdienen kaum noch Geld. Viele Kutter sind alt, teuer – und praktisch unverkäuflich. Für zahlreiche Fischer ist die Prämie deshalb die letzte Chance, überhaupt aufzuhören.

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Preise dürften weiter anziehen

Und die Preise? Die dürften weiter steigen. Obwohl es zuletzt viele Krabben gab, haben Händler ihre Lager aufgefüllt, statt die Ware billig auf den Markt zu werfen. Ein zusätzlicher Preistreiber sitzt Tausende Kilometer entfernt: In Marokko, wo ein Großteil der Krabben aus der Nordsee von Hand gepult wird, haben viele Arbeiter in den vergangenen Jahren aufgehört, weil die Fänge zuvor lange schwach waren. Die Kapazitäten wurden runtergefahren – und fehlen jetzt. Auch Experten erwarten deshalb keine schnelle Entspannung. Selbst wenn einzelne Jahre gute Fänge bringen, bleibt der Markt anfällig: weniger Verarbeitung, weniger Kutter und unsichere Bestände sorgen dafür, dass Angebot und Preise stark schwanken können.

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