Trumps Zollpläne: Deutschland als Hauptleidtragender
Trumps Zollpläne treffen vor allem Deutschland

Mit Beginn der neuen Woche droht eine kräftige Anhebung der US-Zölle auf Fahrzeuge aus der Europäischen Union. US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die Einfuhrzölle auf Autos und Lastwagen aus der EU von 15 auf 25 Prozent zu erhöhen. Die EU-Kommission und die deutsche Wirtschaft reagieren scharf kritisch.

EU und Deutschland reagieren empört

Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses im Europaparlament, bezeichnete Trumps Ankündigung als inakzeptabel. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) sprach von einer „erneuten und schwerwiegenden Belastung der transatlantischen Beziehungen“. Die EU-Kommission behält sich Gegenmaßnahmen vor, sollte Trump seine Drohung wahr machen.

Ökonomen warnen vor Rezession

Der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, warnt vor erheblichen Risiken für die deutsche Wirtschaft. Er befürchtet ernsthafte Folgen, falls die EU ihrerseits Zölle auf US-Produkte erhebt. „Falls daraus ein neuer Handelskrieg wird, droht Deutschland 2026 eine Rezession“, sagte Fuest der „Bild“-Zeitung. Jens Südekum, Berater im Bundesfinanzministerium, riet zunächst abzuwarten und erst zu reagieren, wenn die Zölle tatsächlich erhoben werden.

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Automobilindustrie besonders betroffen

Die zusätzlichen Abgaben würden die deutsche und europäische Automobilindustrie in einer ohnehin angespannten Lage hart treffen. Berechnungen des Center Automotive Research (CAR) in Bochum zufolge könnten die Zölle von 25 Prozent auf Neuwagen aus der EU jährliche Zusatzbelastungen von rund 2,5 Milliarden Euro für die Autoproduktion in Deutschland bedeuten. CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer sieht Deutschland klar im Fokus: „Da die Exporte der ausländischen Autobauer in die USA unwesentlich sind, lassen sich die neuen Trump-Zoll-Drohungen auch als der Beginn eines Wirtschaftskriegs gegen Deutschland interpretieren.“

BDI kritisiert US-Vorgehen

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) erklärte, die amerikanische Seite beschädige mit immer neuen Provokationen das gegenseitige Vertrauen. Das Handelsabkommen zwischen der EU und den USA müsse von beiden Seiten eingehalten werden. „Europäische Gesetzgebung und Handelspolitik entstehen in transparenten, rechtsstaatlichen Verfahren, und darauf durch unangekündigte Strafmaßnahmen gegen Schlüsselindustrien Druck auszuüben, ist unangebracht“, so der BDI.

Hintergrund: Das Handelsabkommen

Im vergangenen Sommer hatten sich Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in einem Rahmenabkommen auf eine Obergrenze von 15 Prozent auf die meisten EU-Warenimporte in die USA geeinigt. Auch für europäische Autos und Autoteile sollte dieser Satz gelten. Im Gegenzug verpflichtete sich die EU, Zölle auf US-Industriegüter zu streichen und den Marktzugang für US-Agrarprodukte zu erleichtern. Die Umsetzung des Deals wurde jedoch durch eine Gerichtsentscheidung und politische Unsicherheiten gebremst. Das Europäische Parlament kündigte im März an, die weitere Umsetzung an strenge Bedingungen knüpfen zu wollen.

Expertenstimmen zur Zollankündigung

Simon Evenett, Handelsexperte an der IMD Business School, sagte der BBC, dass sich diejenigen bestätigt sehen, die glauben, dass diese US-Regierung sich an kein Abkommen halte. Allerdings müsse man beachten, dass Social-Media-Beiträge kein Gesetz seien. Trumps Ankündigung auf der Plattform Truth Social ist rechtlich nicht bindend, bis sie offiziell umgesetzt wird.

Autos und Lastwagen von EU-Herstellern, die in den USA produziert werden, sind laut Trump von den Abgaben ausgenommen. Der US-Präsident will damit Autobauer weltweit dazu bewegen, trotz höherer Herstellungskosten mehr in den USA zu produzieren. Das Verhältnis zwischen den USA und Europa ist zuletzt angespannt, auch wegen unterschiedlicher Positionen im Konflikt mit dem Iran. Trump hatte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mehrfach verbal angegriffen, weil dieser die US-Offensive gegen den Iran kritisiert hatte. Zudem ordnete die US-Regierung einen Teilabzug von Soldaten aus Deutschland an.

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