Muttertag für Sternenkind-Mamas: Ein Brief voller Mitgefühl
Muttertag für Sternenkind-Mamas: Ein Brief

Heute ist Sternenkind-Muttertag: Ein Brief an alle Mamis, die ein Kind verloren haben. Diese Mama hält ihr totes Baby im Arm. Das Bild stellte uns die Stiftung „Dein Sternenkind“ mit Einverständnis der Mutter zur Verfügung. „Dein Sternenkind“ fotografiert kostenlos die letzten Momente von Eltern mit ihren Kindern.

Ein Brief an die Sternen-Mami

Liebe Sternen-Mami, die du nächsten Sonntag zum Muttertag kein selbstgemaltes Bild bekommst, weil dein Kind nicht mehr lebt. Die du kein Kind an der Hand hältst, aber in deinem Herzen hast. Die du dich als Mama fühlst, aber für die Gesellschaft keine bist. Die du keine Instagram-Bilder von kleinen Händchen, die dich streicheln, posten kannst, weil die deines Kindes zuletzt kalt und leblos waren. Die du am Sonntag keine Kerze auf deinem Erdbeertörtchen auspusten darfst, dafür eine für dein Baby im Himmel anzündest. Ich denke heute an dich. Ganz fest. Ich weiß, wie du dich fühlst. Ich weiß, dass dieser Tag schwer für dich ist. Unendlich schwer. Für manche bist du heute unsichtbar. Doch du und ich, wir wissen: Du bist eine Mama. Für immer.

Ein Baby wurde still geboren. Kleine Füßchen, so sehr ersehnt und doch haben sie keine Abdrücke auf der Erde hinterlassen können.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Die Autorin teilt ihre Erfahrung

BILD-Autorin Katharina Render hatte lange einen unerfüllten Kinderwunsch und Fehlgeburten. Daher war es ihr ein Anliegen, anderen Betroffenen zu sagen: Du bist nicht allein. Der heutige „etwas andere“ Muttertag gilt in ihren Augen auch für Frauen, die noch keine Mama sein können, es sich aber so sehr wünschen. Liebe Kinderwunsch-Frau, die du dich so gerne Mama nennen möchtest, aber keine sein kannst oder darfst. Weil dein Körper nicht mitspielt. Oder der deines Partners. Die du dir nichts anderes wünschst, als dass der Muttertag irgendwann auch für dich sein wird.

Ein Wort an die Frauen mit Kinderwunsch

Die du schon wieder einen negativen Schwangerschaftstest in den Müll geschmissen hast. Leer, verzweifelt. Die du Hormone schluckst und dumme Fragen, ob du lieber Karriere statt Kind willst. Die du die fünfte künstliche Befruchtung hinter dir hast, aber es wieder nicht geklappt hat. Du bist stark, du bist wertvoll. Du darfst schwach sein, du darfst wütend sein. Und – ganz bestimmt – wirst du eines Tages wieder glücklich sein. Aber heute, ja, heute darfst du traurig sein. Ich wünsche dir jemanden, der dich fest in den Arm nimmt und dich sieht.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration