Spritpreise in Deutschland steigen besonders stark – ADAC gibt praktische Tipps
Die aktuelle Spritpreis-Eskalation trifft das Autoland Deutschland besonders hart. Seit Beginn des Iran-Kriegs sind die Tankpreise hierzulande doppelt so stark angestiegen wie in anderen europäischen Ländern. Die Bundesregierung plant zwar, Preiserhöhungen bei Tankstellen nur einmal täglich zuzulassen. Doch der ADAC Südbayern geht nicht davon aus, dass diese Maßnahme zu spürbaren Entlastungen für Autofahrer führen wird.
Statt auf politische Interventionen zu warten, gibt Europas größter Automobilclub praktische Ratschläge, wie Verbraucher weniger Geld an der Tankstelle lassen müssen. Wer diese Tipps befolgt, kann seinen eigenen Spritverbrauch um bis zu 20 Prozent reduzieren, verspricht der ADAC. Weniger verbrauchter Kraftstoff bedeutet dabei automatisch seltener notwendige Tankstopps.
Drei Hauptbereiche für effektives Spritsparen
Der ADAC Südbayern identifiziert drei wesentliche Bereiche, in denen Autofahrer ansetzen können, um ihren Kraftstoffverbrauch nachhaltig zu senken.
1. Angepasstes Fahrverhalten als größter Hebel
Das eigene Fahrverhalten stellt den größten Einflussfaktor auf den Spritverbrauch dar. Der ADAC empfiehlt hier mehrere konkrete Maßnahmen:
- Frühzeitig hochschalten und niedrige Drehzahlen nutzen
- Unnötiges Bremsen vermeiden, da jedes Abbremsen anschließendes Beschleunigen erfordert
- Frühzeitig auf den Verkehr reagieren, um gleichmäßiger fahren zu können
- Bei Autos mit Automatikgetriebe den Eco-Modus aktivieren
Moderne Fahrzeuge unterstützen Fahrer dabei mit Schalt- und Verbrauchsanzeigen. Auch die Streckenwahl spielt eine Rolle: Kurze Wege mit kaltem Motor verbrauchen mehr Sprit, da der Motor erst auf Betriebstemperatur kommen muss. Bei längeren Fahrten arbeitet der Motor kontinuierlich und verbrennt Kraftstoff effizienter.
Ein wichtiger Tipp: Steht das Auto länger als 20 Sekunden, lohnt es sich, den Motor abzustellen – auch ohne Start-Stopp-Automatik. Der Neustart verbraucht weniger Sprit als das Leerlaufenlassen und ist zudem umweltfreundlicher.
2. Verzicht auf Komfortextras und Zusatzlast
Viele Autofahrer unterschätzen, wie sehr Komfortfunktionen und zusätzliches Gewicht den Verbrauch erhöhen. Standheizungen und Klimaanlagen können den Verbrauch je nach Modell um 0,3 bis 1,5 Liter pro 100 Kilometer steigern. Der aktuelle Frühling bietet hier einen Vorteil: Weder extreme Kälte noch Hitze erfordern den ständigen Einsatz dieser Systeme.
Das Fahrzeuggewicht spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle. 100 Kilogramm Zusatzlast verursachen bis zu 0,3 Liter Mehrverbrauch. Dachboxen und Fahrradträger erhöhen nicht nur das Gewicht, sondern verschlechtern auch die Aerodynamik des Fahrzeugs. Der ADAC rät daher, diese nach Gebrauch konsequent abzumontieren.
3. Regelmäßige Fahrzeugwartung und -pflege
Ein technisch einwandfreier Zustand des Fahrzeugs trägt wesentlich zu einem geringeren Spritverbrauch bei. Hier sind mehrere Faktoren zu beachten:
- Reifendruck korrekt einstellen: Zu niedriger Druck erhöht den Rollwiderstand, was mehr Energie zum Vorankommen erfordert
- Energiesparreifen nutzen: Spezielle Gummimischungen und Laufflächenstrukturen minimieren den Rollwiderstand
- Regelmäßige Wartung: Saubere Luftfilter, funktionierende Zündkerzen und moderne Leichtlauföle sorgen für effizientere Verbrennung
Luftfilter verhindern, dass verschmutzte Luft in den Motor gelangt, was die Verbrennung ineffizienter machen würde. Abgenutzte oder defekte Zündkerzen verschlechtern die Verbrennung ebenfalls. Moderne Leichtlauföle reduzieren die Reibung im Motor, wodurch dieser besser läuft und weniger Kraftstoff für dieselbe Leistung benötigt.
Die Kombination aus angepasstem Fahrverhalten, bewusstem Verzicht auf bestimmte Extras und regelmäßiger Fahrzeugpflege ermöglicht es Autofahrern, den Spritverbrauch spürbar zu reduzieren – und das unabhängig von politischen Maßnahmen zur Preisdämpfung.



