Anklams größte Straßenbaustelle 2026: Umbau der letzten Ampelkreuzung zum Kreisverkehr
Die Arbeiten an der größten geplanten Straßenbaustelle Anklams für das Jahr 2026 haben nun offiziell begonnen. Seit Mitte dieser Woche ist die Kreuzung an der Pasewalker Landstraße, Ossietzkystraße und Hospitalstraße vollständig gesperrt. Diese letzte innenstädtische Ampelkreuzung der Stadt soll künftig durch einen modernen Kreisverkehr ersetzt werden, was eine deutliche Verkehrsverbesserung verspricht.
Asphalt entfernt und Tiefbauarbeiten beginnen
Bereits am Donnerstag wurden erste Fakten geschaffen, indem der vorhandene Asphalt im Kreuzungsbereich komplett abgefräst wurde. Im nächsten Schritt gehen die Bauarbeiten in die Tiefe, wie Katharina Häusler vom städtischen Bauamt erklärt. Die Rohrleitungen in diesem Bereich werden vollständig erneuert, was die Regenentwässerung, Schmutzwasserleitungen und Trinkwasserleitungen umfasst.
„Die Leitungen in diesem Bereich sind bereits sehr alt“, so Häusler. „Seitdem die ehemalige Bundesstraße Anfang der 2000er-Jahre im Besitz der Stadt ist, wurde sie an dieser Stelle noch nicht geöffnet. Wir wissen, dass dringender Bedarf besteht, basierend auf vorhandenen Schäden. Was uns genau erwartet, sehen wir aber erst, wenn der Kreuzungsbereich vollständig freigelegt ist.“
Innovative Bauweise und Löschwassersystem
Im direkten Bereich der Kreisverkehrsbaustelle werden die neuen Rohre in offener Bauweise verlegt, während in den umliegenden Bereichen gebohrt werden soll. Diese Methode wurde gewählt, um den gesperrten Bereich möglichst klein zu halten und beispielsweise den direkt angrenzenden Norma-Markt während der Bauzeit zumindest einspurig aus Richtung Pasewalk erreichbar zu halten.
Eine besonders wichtige Zusatzleistung stellt die Anbindung der Löschwasserversorgung dar. Diese wurde bereits über ein eigenes Leitungssystem in der Ossietzkystraße verlegt und soll nun durch den Kreuzungsbereich geführt werden. Künftig wird das System von drei Brunnen gespeist, was ein Modellprojekt für Anklam darstellt. Die Lösung des Löschwasserproblems hat in diesem Bereich hohe Priorität.
Einschränkungen für Verkehrsteilnehmer
Katharina Häusler spricht Klartext: „Eine so große Baustelle, die zudem an Wohngebiete angrenzt, bringt zwangsläufig Einschränkungen für Anwohner mit sich.“ Dies betrifft nicht nur Autofahrer, die über den Kleinbahnweg ausweichen müssen, sondern insbesondere Fußgänger und Radfahrer. Trotz Warnungen schlängeln sich immer noch einige unerlaubterweise durch die Baustelle.
Von diesem Verhalten raten Bauleute und Stadtverwaltung dringend ab, da während der Baumaßnahmen keine Gehwege vorhanden sind und schwere Maschinen im Einsatz sind. Zudem stehen bald die Tiefbauarbeiten an, die zusätzliche Gefahren bergen.
Ausweichwege und Alternativrouten
Aus Sicherheitsgründen wird Passanten dringend empfohlen, die Ausweichwege über den Gummiweg zu nutzen, auch wenn dies einen Umweg bedeutet. Parallel arbeitet die Stadt daran, einen beleuchteten Weg durch das nahe gelegene Gelände so herzurichten, dass er als Abkürzung zur Hospitalstraße dienen kann.
„Aufgrund des Geländeprofils werden wir hier allerdings beispielsweise für Rollatoren nicht zu 100 Prozent einen ebenen Weg schaffen können“, macht Häusler deutlich. „Wir versuchen jedoch, starke Anstiege etwas zu brechen und die Route so barrierearm wie möglich zu gestalten.“
Kunstwerk sorgt für Diskussionen
Die Bauzeit für den neuen Kreisverkehr ist bis zum Jahresende vorgesehen. Parallel dazu soll auch wieder ein Kunstwerk auf dem Kreisverkehr enthüllt werden. Bereits vor gut zehn Jahren gab es einen Künstlerwettbewerb mit Expertenjury und Bürgerabstimmung, den die Tierstele von Peter Pautz gewann.
Um dieses Kunstwerk gibt es bereits rege Diskussionen in der Stadt, denn nicht jeder kann sich mit dem Entwurf anfreunden. Der Künstler hat indes bereits mit der Arbeit begonnen und den aktuellen Stand kürzlich den Stadtvertretern präsentiert. Die kontroverse Debatte zeigt, wie sehr den Anklamern die Gestaltung ihres neuen Verkehrsknotenpunkts am Herzen liegt.



