Autobahnsperrung: Wer zahlt für kaputte Dorfstraßen?
Autobahnsperrung: Wer zahlt für kaputte Dorfstraßen?

Immer wieder wird die Autobahn 24 aufgrund verschiedener Brückenbauarbeiten gesperrt. Der Umleitungsverkehr führt dabei auch über die entlang der Autobahn liegenden Dörfer, darunter Bandenitz, Zachun oder Kraak. Das Problem: Die Straßen sind weder für das hohe Verkehrsaufkommen noch für den Schwerlastverkehr durch zahlreiche Lkw ausgelegt.

Zu eng und nicht für Lkw-Verkehr ausgelegt

„Unsere Straßen sind auch einfach zu eng, jedenfalls für zwei aneinander vorbeifahrende Lkw“, sagt Christopher Mecklenburg. Er ist Bürgermeister in Alt Zachun und muss in Zeiten der Autobahnsperrung zusehen, wie die Gemeindestraßen binnen Stunden deutlich beschädigt werden. „Dazu kommt die Gefahr für Fußgänger und Radfahrer“, so Mecklenburg.

Normalerweise sei der Verkehr im Dorf so übersichtlich, dass genug Platz für alle ist. Doch wenn sich die Blechlawine von der Autobahn in seine Gemeinde verlagert, sieht das anders aus. „Wir haben mittlerweile für diese Situation sogar eine mobile Ampel“, berichtet der Bürgermeister. Dennoch entstehen der Gemeinde durch diese Verkehrsbelastung hohe Kosten, denn die Straßen müssen danach repariert werden.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

„Ich hoffe, dass der Bund die Kosten übernimmt, denn der ist für die Autobahnen zuständig“, macht Mecklenburg deutlich. Wir haben daher beim Landesamt für Bau und Verkehr Mecklenburg-Vorpommern nachgefragt, wer für die Straßenschäden aufkommt.

Gemeinden dokumentieren, Autobahngesellschaft zahlt

„Wenn es im Zusammenhang mit einer Vollsperrung der Autobahn auf einer als Umleitung ausgewiesenen Strecke zu Schäden kommt, werden diese durch den jeweiligen Baulastträger dokumentiert“, teilt Solvejg Segebarth vom Landesamt mit. Im Normalfall werden die Schäden nach Beendigung der Baumaßnahme, bei akuter Gefahrenlage unmittelbar, der Autobahn GmbH des Bundes angezeigt. Die Beseitigung der Schäden wird dann von denjenigen in die Wege geleitet, denen die betreffende Straße gehört. Die Kosten dafür werden von der Autobahngesellschaft erstattet.

Zudem erläutert Segebarth, wie die Gemeinden bei der Bewältigung des erhöhten Verkehrsaufkommens unterstützt werden. „Die jeweiligen Umleitungsstrecken werden gegebenenfalls ertüchtigt und begleitende verkehrsregelnde Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit getroffen. Zum Beispiel werden Vorfahrtsregelungen geändert, temporäre Lichtzeichenanlagen installiert, gesonderte Absicherungen für Fußgänger und Radfahrer eingerichtet“, führt sie aus.

Für die Gemeinden heißt es also zunächst, alle entstehenden Schäden zu dokumentieren und nach Abschluss der Arbeiten auf der Autobahn die Reparaturarbeiten an den Dorfstraßen zu organisieren.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration