Bahn verspricht bessere Reiseinfos durch schnellere Daten und KI-Technologie
Bahn plant bessere Reiseinfos mit KI und schnellen Daten

Bahn setzt auf Technologie für bessere Fahrgastinformationen

Die Deutsche Bahn will noch in diesem Jahr spürbare Verbesserungen bei der Information ihrer Fahrgäste erreichen. Konzernchefin Evelyn Palla kündigte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur an, dass Kunden bald merken sollen, wie sich die Qualität der Reiseinformationen erhöht. Besonders bei unvorhergesehenen Gleiswechseln, Verspätungen oder Zugausfällen sollen Reisende künftig schneller und zuverlässiger informiert werden.

Komplexes Zusammenspiel verschiedener Datenquellen

Bei täglich mehr als 20.000 Fern- und Regionalzügen allein bei der Deutschen Bahn stellt die Bereitstellung aktueller Informationen eine besondere Herausforderung dar. „Eine gute Kundeninformation ist ein Zusammenspiel von mehreren Akteuren“, erläuterte Palla. Daten über Zugpositionen und Gleiswechsel stammen von der Konzerntochter DB InfraGo, während Verkehrsunternehmen Informationen zur Wagenreihung und Verspätungsprognosen liefern.

Die Bahnchefin räumte ein, dass in der Vergangenheit zu wenig Fokus auf dieses fundamentale Thema gelegt wurde. „Gerade bei vielen Fahrplanabweichungen ist es wichtig, dass wir unsere Fahrgäste gut informieren und aktuelle, verlässliche und konsistente Daten in den unterschiedlichen Kundenkanälen haben“, betonte sie. Die Daten sollen künftig direkt und so früh wie möglich in die Informationssysteme fließen.

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Künstliche Intelligenz für präzisere Prognosen

Ein wichtiger Baustein der Verbesserungen ist der verstärkte Einsatz von Künstlicher Intelligenz. „Wir müssen hier auch noch mehr als in der Vergangenheit auf Künstliche Intelligenz setzen, insbesondere bei den Verspätungsprognosen können wir da Verbesserungen erzielen“, erklärte Palla. Derzeit müssen Fahrgäste häufig mit sich ständig ändernden Prognosen kämpfen, die Unsicherheit über tatsächliche Ankunftszeiten und erreichbare Anschlussverbindungen verursachen.

Für die eigenen Fern- und Regionalzüge will die Bahn aus den Leitstellen nun schneller präzisere Daten in die Kundensysteme einspielen. Gleichzeitig betonte Palla, dass auch Wettbewerber im Schienenverkehr präzise Daten liefern müssen, um flächendeckend gute Kundeninformation zu gewährleisten. „Am Ende ist das eine Gemeinschaftsaufgabe der gesamten Branche“, so die Bahnchefin.

Teil der Sofortprogramme für Fahrgastkomfort

Die verbesserten Informationen gehören zu insgesamt drei Sofortprogrammen, die Bahnchefin Palla gemeinsam mit Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) initiiert hat. Bereits vorgestellt wurden Programme für mehr Sicherheit und Sauberkeit an Bahnhöfen sowie für mehr Komfort in Fernzügen, die unter anderem besser verfügbare Toiletten und Angebote in der Bordgastronomie umfassen.

Das dritte Programm zur Reisendeninformation soll noch in diesem Jahr starten. Alle drei Maßnahmenpakete kosten rund 20 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr und sollen Fahrgästen bereits kurzfristig spürbare Verbesserungen bringen, während die tiefgreifende Sanierung des maroden Gleisnetzes als Hauptursache für Verspätungen etwa zehn Jahre in Anspruch nehmen wird.

Wirtschaftliche Stabilisierung des Konzerns

Parallel zu den operativen Verbesserungen arbeitet die Bahn an der wirtschaftlichen Stabilisierung des Konzerns. „Wir wollen das Bahngeschäft in Deutschland betrieblich, aber natürlich auch wirtschaftlich stabilisieren. Das muss unser Ziel sein, und das verfolgen wir“, sagte Palla. Nach roten Zahlen in der Vergangenheit schloss das Unternehmen 2025 bereits besser ab als in vorherigen Jahren.

Im Fernverkehr wird derzeit ein umfassendes Sanierungskonzept erarbeitet, während die Güterzugtochter DB Cargo als größtes Sorgenkind gilt. „Da schlagen wir gerade einen Sanierungskurs mit sehr harten Einschnitten ein“, erklärte die Bahnchefin. Strukturelle Veränderungen und Bürokratieabbau sollen zusätzlich zur Wirtschaftlichkeit beitragen.

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Mit Blick auf den geplanten Verkauf der Logistiktochter Schenker betonte Palla: „Es geht nicht darum, mit irgendeinem Auslandsgeschäft den Konzern wirtschaftlich gesund zu halten“. Stattdessen setzt die Bahn auf eine Kombination aus technologischen Innovationen, operativen Verbesserungen und wirtschaftlicher Konsolidierung, um langfristig erfolgreich zu sein.