Bahn saniert Strecke Hamburg-Hannover: Einschränkungen bis Juli
Bahn saniert Strecke Hamburg-Hannover bis Juli

Bahn saniert Strecke Hamburg-Hannover: Was Fahrgäste wissen müssen

Die Deutsche Bahn startet Anfang Mai eine umfassende Modernisierung der stark frequentierten Strecke zwischen Hamburg und Hannover. Die als „Qualitätsoffensive“ bezeichneten Arbeiten sollen die Zuverlässigkeit erhöhen, führen aber bis Juli zu erheblichen Einschränkungen für Reisende und Pendler. Hier ein Überblick.

Umfang der Bauarbeiten

Ab dem 1. Mai wird die 163 Kilometer lange Verbindung saniert. Die DB InfraGo erneuert Gleise, Weichen, Oberleitungen, Brücken und Bahnhöfe. Insgesamt werden etwa 66 Kilometer Gleis und Dutzende Weichen ausgetauscht. Die Maßnahmen sind Teil einer Strategie, die Strecke kurzfristig zu verbessern, bevor 2029 eine Generalsanierung folgt.

Bedeutung der Strecke

Die Verbindung zählt zu den meistbefahrenen in Deutschland. Die Auslastung liegt teils über 100 Prozent, besonders im Pendlerverkehr um Lüneburg. Sie ist die wichtigste ICE-Verbindung von und nach Hamburg und eine zentrale Achse für den internationalen Güterverkehr. Etwa jeder vierte Güterwagen in Deutschland fährt von oder nach Hamburg.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Zeitplan und Phasen

Die Bauarbeiten dauern vom 1. Mai bis zum 10. Juli. Zunächst wird ab 1. Mai der Abschnitt zwischen Celle und Hannover gesperrt. Ab 14. Juni folgt die Vollsperrung des Abschnitts Lüneburg–Hannover. In dieser Phase können dort keine Züge mehr fahren.

Auswirkungen für Reisende

Fahrgäste müssen mit erheblichen Einschränkungen rechnen. Viele Regionalverbindungen fallen aus, Fern- und Güterzüge werden umgeleitet. Die Reisezeiten verlängern sich, zusätzliche Umstiege sind nötig. Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) und der Metronom appellieren an die Geduld der Pendler.

Ersatzverkehr

Für ausfallende Züge wird ein Bus-Ersatzverkehr eingerichtet, etwa zwischen Lüneburg, Uelzen und Langenhagen. Auf Teilstrecken bleiben einzelne Zugverbindungen erhalten. Zwischen Hannover und Celle fahren zusätzliche S-Bahnen. Auf dem Abschnitt Uelzen–Hamburg gibt es ein eingeschränktes Zugangebot. Die LNVG betont, ein verlässliches Angebot sicherzustellen.

Kritik an Planungen

Die LNVG kritisiert kurzfristige Änderungen am Bauablauf, die durch Verzögerungen auf der Strecke Hamburg–Berlin nötig wurden. Geschäftsführerin Carmen Schwabl spricht von „enormen Herausforderungen“ und fordert, die Sperrzeiten konsequent zu nutzen und bis zur Generalsanierung 2029 auf weitere Großbaustellen zu verzichten.

Langfristige Perspektive

Die aktuellen Arbeiten sind ein erster Schritt. Für 2029 ist eine mehrmonatige Generalsanierung des gesamten Korridors geplant, um die Strecke grundlegend zu modernisieren. Danach sollen für mehrere Jahre keine größeren Bauarbeiten nötig sein. Allerdings wird die Strecke auch dann nicht genug Kapazität bieten. Die Bahn empfiehlt den Bau einer neuen Strecke entlang der A7, die ab etwa 2050 die Altstrecke entlasten könnte. Über das umstrittene Projekt soll der Bundestag entscheiden.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration