Bahn-Chaos zwischen München und Allgäu: Sperrung bis 4. März zwingt zu Bus-Ersatzverkehr
Bahn-Sperrung München-Allgäu: Busse bis 4. März

Bahn-Chaos zwischen München und Allgäu: Sperrung bis 4. März zwingt zu Bus-Ersatzverkehr

Zwischen München und dem Allgäu müssen Bahnreisende in den kommenden Tagen erhebliche Einschränkungen hinnehmen. Vom 23. Februar bis zum 4. März ist der Zugverkehr im Bereich Geltendorf im Landkreis Landsberg am Lech komplett gesperrt. Der Grund für diese umfangreiche Maßnahme ist der Einbau von vier neuen Weichen, der eine Abschaltung der Oberleitung bis Kaufering erforderlich macht. In diesem Zeitraum können nur noch Diesellokomotiven auf dem betroffenen Abschnitt verkehren.

Fernverkehr stark beeinträchtigt

Die Sperrung hat erhebliche Auswirkungen auf den Fernverkehr. Die Eurocity-Expresszüge aus der Schweiz enden bereits in Lindau-Reutin, während die bayerische Landeshauptstadt München sowie die Bahnhöfe Buchloe und Memmingen vollständig aus dem Fahrplan fallen. Um die entstehende Lücke zu schließen, setzt die Bahn Ersatzbusse ein, deren Fahrplan speziell auf die Anschlüsse in Lindau-Reutin für Züge in Richtung Zürich abgestimmt ist.

Regionalverkehr mit umfangreichen Änderungen

Auch der Regionalverkehr ist von der Sperrung massiv betroffen. Die Linie RB74 entfällt zwischen München und Geltendorf, während die Züge der Linie RE70 nur zwischen Fürstenfeldbruck und dem Bahnhof verkehren. Als Alternative stehen Expressbusse bereit, die die Strecke zwischen Geltendorf und Fürstenfeldbruck ohne Zwischenstopp in etwa 30 Minuten bewältigen. Reisende können alternativ auf die S-Bahn-Linie S4 oder den zweistündlich fahrenden RE70 zwischen Fürstenfeldbruck und München ausweichen.

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Die von Arverio betriebenen Regionalzüge RE72 und RE96 fallen zwischen Buchloe und München komplett aus. Das Unternehmen plant laut Bahnangaben den Einsatz von Expressbussen, die ohne Halt zwischen München Hauptbahnhof und Buchloe pendeln. Zusätzliche Shuttle-Busse sollen zwischen München-Pasing und Geltendorf verkehren und dort den Anschluss an Züge nach Buchloe sicherstellen.

Pendelzüge und weitere Umleitungen

Für die Bayerische Regiobahn (BRB) endet die Linie RB68 aus dem Allgäu kommend bereits in Geltendorf. Von dort aus müssen Fahrgäste in Busse nach Fürstenfeldbruck umsteigen. Die BRB setzt zwischen Geltendorf und Buchloe Pendelzüge ein, die in Kaufering halten und zwischen 5.30 Uhr und 22.30 Uhr im Stundentakt Verbindungen anbieten.

Wer mit der RB67 zwischen Augsburg und Schongau unterwegs ist, muss zwischen Geltendorf und Schondorf auf Ersatzbusse umsteigen. Am 28. Februar und 1. März gilt diese Umleitung auch für den Abschnitt zwischen Geltendorf und Walleshausen. Die Münchner S-Bahn S4 fährt aus München nur bis Grafrath und wendet dort. Die Weiterfahrt nach Geltendorf ist ausschließlich mit dem Bus möglich.

Verlängerte Fahrzeiten und Informationsdefizite

Der Ersatzverkehr soll dem S-Bahn-Takt entsprechend alle 20 bis 40 Minuten fahren, allerdings mit deutlich verlängerten Fahrzeiten. Statt der üblichen S-Bahn-Zeit müssen Reisende mit etwa 25 Minuten zusätzlicher Fahrtdauer rechnen. Die Ankünfte und Abfahrten in Grafrath sind jedoch auf die S-Bahnen abgestimmt.

Wegen der kurzfristig geänderten Fahrpläne sind die Änderungen laut Bahn bislang nicht bei allen Regionalzuglinien in der Online-Auskunft vollständig erfasst. Reisende werden dringend empfohlen, die Abfahrten ihrer Züge kurz vor der Fahrt, beispielsweise im DB Navigator, zu überprüfen und bei Arverio oder der Bayerischen Regiobahn im Internet nach aktuellen Informationen zu suchen.

Hintergrund: Langsamfahrstellen und Stabilisierungsmaßnahmen

Bereits seit dem 7. Februar sind Züge auf der Strecke zwischen München und Buchloe in einigen Abschnitten deutlich langsamer unterwegs als üblich. Grund dafür sind in die Jahre gekommene Schienen und Weichen, die aktuell nur eine Geschwindigkeit von Tempo 20 zulassen.

Mit dem Einbau der neuen Weichen in Geltendorf soll zumindest an dieser Stelle die sogenannte Langsamfahrstelle wegfallen und die reguläre Geschwindigkeit wieder möglich sein. An anderen Abschnitten der Strecke kann es jedoch weiterhin zu gemächlicheren Fahrten kommen. Die Bahn bezeichnet die Maßnahme als „einen ersten wichtigen Schritt, um den Betrieb zu stabilisieren“. Die Infrastrukturtochter der Bahn plant, die verbleibenden Langsamfahrstellen auf der Strecke im Laufe des Jahres vollständig zu beseitigen.

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