Bahnübergang Holthusen: Sanierung erst 2028 trotz günstiger Bauphase
Bahnübergang Holthusen: Sanierung erst 2028

In Holthusen ist es ruhig geworden. Kein Rattern, kein Dröhnen, kein vorbeiziehender Zug auf der Magistrale zwischen Hamburg und Berlin. Stattdessen prägen rotes Absperrband, Warnschilder und vereinzelte Spuren von Bauarbeiten das Bild. Was bleibt, wirkt wie ein flüchtiger Eingriff, eher Kosmetik als echter Fortschritt. Und mittendrin: der Bahnübergang, seit Jahren ein Sorgenkind, weiterhin unverändert.

Günstige Bauphase, doch der Übergang bleibt unverändert

Dabei schien die Gelegenheit selten so günstig. Die Strecke ist ohnehin gesperrt oder nur eingeschränkt befahrbar, Bauarbeiten laufen seit Monaten. Für viele in der Gemeinde lag es nahe, den Übergang gleich mit anzupacken: sicherer, moderner, endlich zeitgemäß. Doch genau das passiert nicht.

Großes Unverständnis bei der Bürgermeisterin

„Wir hatten gehofft, dass im Zuge der Bauarbeiten auch der Bahnübergang sicherer gemacht wird. Aber leider ist das nicht der Fall“, sagt Bürgermeisterin Marianne Facklam. Unverständnis schwingt mit. Warum wird dieses Zeitfenster nicht genutzt?

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Die Antwort der Bahn auf die offene Frage im Ort fällt sachlich aus und sorgt doch für neue Irritationen. Der Umbau des Bahnübergangs sei kein Teil der aktuellen Bauarbeiten, sondern ein eigenständiges Vorhaben. „Wir befinden uns noch in der Planungsphase. Es handelt sich um ein eigenes Projekt“, erklärt eine Sprecherin. Erst, wenn die Planung abgeschlossen ist, könne überhaupt gebaut werden.

Bauarbeiten in Holthusen erst 2028 geplant

Ein konkreter Zeitrahmen ist dennoch bereits absehbar und der liegt aus Sicht vieler Holthusener in weiter Ferne. „Der Baubeginn ist abhängig von der Plangenehmigung und nach aktuellem Stand für das Jahr 2028 geplant“, so die Sprecherin weiter.

Dass die aktuell ohnehin eingeschränkte Strecke nicht genutzt wird, um den Übergang gleich mit zu ertüchtigen, begründet die Bahn ebenfalls mit dem laufenden Verfahren. Man sei „auf die Genehmigung des Eisenbahn-Bundesamtes angewiesen“, heißt es.

Immerhin wird deutlicher, was langfristig passieren soll: Der Bahnübergang wird grundlegend umgebaut. Neben einer angepassten Fahrbahnbreite sollen die Straßenanlagen im gesamten Bereich neu gestaltet werden. Auch für Fußgänger ist mehr Platz vorgesehen: „Der Gehweg soll im Bereich des Kreuzungsstückes mit einer Breite von 2,5 Metern ausgebildet werden“, heißt es von der Bahn.

Technik am Bahnübergang wird komplett erneuert

Zudem steht eine komplette Erneuerung der Technik an. Geplant sind neue Lichtzeichenanlagen, Schrankenantriebe und ein Betonschalthaus. „Auch die Sicherungstechnik am Bahnübergang wird komplett erneuert“, betont die Bahnsprecherin. Ergänzend sollen Entwässerung und Beleuchtung angepasst werden.

Sollte es tatsächlich erst 2028 losgehen, müssen sich Anwohner und Verkehrsteilnehmer erneut auf Einschränkungen einstellen. Für den Lkw-Verkehr werde es Umleitungen geben, für die Anwohner werde eine separate Umleitungsstrecke eingerichtet. Auch an Schülerinnen und Schüler sei gedacht: Sie würden „teilweise mittels Sammeltransport zur Bushaltestelle gebracht“, so die Planungen der Bahn.

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