Polizei startet Blitzermarathon in Sachsen-Anhalt: 24-Stunden-Kontrollen am Mittwoch
Die Polizei in Sachsen-Anhalt hat erneut mit groß angelegten Kontrollwochen auf den Straßen des Bundeslandes begonnen. Im Rahmen der sogenannten "Speedweek I", die vom 13. bis 19. April 2026 stattfindet, wird am Mittwoch, dem 15. April, ein besonderer Höhepunkt erwartet: Ein durchgehender 24-Stunden-Kontrollmarathon, bei dem die Beamten mit erhöhter Intensität nach Rasern und anderen Verkehrssündern Ausschau halten.
Umfangreiche Kontrollaktionen im gesamten Bundesland
Bereits seit Montag, dem 13. April, läuft die erste Speedweek der Polizei in Sachsen-Anhalt. Nach aktuellen Angaben der Behörden wurden bisher 22.849 Fahrzeuge einer Geschwindigkeitskontrolle unterzogen. Dabei registrierten die Beamten insgesamt 489 Verstöße gegen die geltenden Tempolimits. Die Kontrollen sind Teil der europaweiten Roadpol-Initiative, die für mehr Verkehrssicherheit sorgen soll.
Vollständiger Zeitplan der Polizeikontrollen 2026
Die Landespolizei hat für das gesamte Jahr 2026 einen detaillierten Fahrplan mit verschiedenen Schwerpunktaktionen erstellt:
- Truck & Bus I: 9. bis 15. Februar 2026
- Operation Seatbelt: 9. bis 15. März 2026
- Speed I/Speedmarathon: 13. bis 19. April 2026 / 15. April 2026 (Speedweek)
- Truck & Bus II: 4. bis 10. Mai 2026
- Operation Two-Wheelers: 1. bis 7. Juni 2026
- Alcohol & Drugs: 15. bis 21. Juni 2026 / 19. Juni 2026 (Alcohol & Drugs Marathon)
- Speed II: 3. bis 9. August 2026 (Speedweek)
- Focus on the Road: 5. bis 11. Oktober 2026
- Truck & Bus III: 16. bis 22. November 2026
- Alcohol & Drugs: 14. bis 20. Dezember 2026
Besonders betroffene Städte und Regionen
Laut Angaben des ADAC dürften in folgenden Städten vermehrt Blitzer aufgestellt werden:
- Halle (Saale)
- Magdeburg
- Dessau-Roßlau
- Stendal
Die Polizeiinspektion Dessau-Roßlau nannte auf Anfrage weitere Schwerpunkte. In der Region würden insbesondere die Landkreise Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg besonders intensiv kontrolliert werden.
Technische Ausstattung und Kontrollmethoden
Die Landespolizei setzt für die Geschwindigkeitsüberwachung verschiedene Verkehrsüberwachungstechniken ein. Neben Hand- und Großmessgeräten sind landesweit auch sogenannte Enforcement-Trailer (Blitzeranhänger) im Einsatz. Bei den Speed-Kontrollen stehen zu schnelle Autofahrer im Visier der Polizei, wobei auf allen Autobahnen, Bundes- sowie Landstraßen besonders häufige Kontrollen durchgeführt werden.
Verschiedene Schwerpunkte der Kontrollaktionen
Die Aktionswochen sind in verschiedene thematische Schwerpunkte unterteilt:
"Truck & Bus": Bei diesen Kontrollwochen werden vermehrt Lkw und Busse überprüft. Die erste Aktionswoche dieser Art fand bereits vom 9. bis 15. Februar 2026 statt, bei der die Polizei Sachsen-Anhalt 437 Fahrzeuge kontrollierte und bei 205 von ihnen Verstöße feststellte.
"Operation Two-Wheelers": Vom 1. bis 7. Juni dreht sich alles um Motorräder, Mopeds, Fahrräder und E-Scooter. Besonders im Fokus stehen hierbei der Zustand der Maschinen, die Schutzbekleidung der Fahrer, deren Sichtbarkeit und das allgemeine Fahrverhalten.
"Focus on the Road": Vom 5. bis 11. Oktober konzentriert sich die Polizei auf das Thema Ablenkung im Straßenverkehr. Die Beamten achten vermehrt darauf, ob Verkehrsteilnehmer verbotswidrig Geräte wie Mobiltelefone, Tablets oder Laptops hinter dem Steuer nutzen.
Hintergrund und Kritik an den Blitzermarathons
Innenministerin Dr. Tamara Zieschang betonte die Bedeutung der regelmäßigen und gezielten Kontrollen: "Regelmäßige und gezielte Kontrollen im gewerblichen Personen- und Güterverkehr sind für die Verkehrssicherheit unverzichtbar. Nur durch dieses konsequente Vorgehen lassen sich gefährliche technische Mängel, überhöhte Geschwindigkeit und Übermüdung am Steuer feststellen, ahnden und weitere Gefahren für den Straßenverkehr unterbinden."
Die Blitzermarathons und Speedweeks gibt es bereits seit vielen Jahren, stehen aber auch häufig in der Kritik. Oftmals wird bemängelt, dass der hohe Aufwand in keinem Verhältnis zum langfristigen Erfolg stehe. Viele Autofahrer würden sich auf die Blitzerwoche vorbereiten, wodurch Raser oft nicht in flagranti erwischt werden könnten. Zudem ist der Zeitraum der Aktion mit einem hohen personellen Aufwand auf Seiten der Polizei verbunden.
Dennoch halten die meisten Bundesländer an der konzertierten Aktion fest. Die vorausgehende Öffentlichkeitsarbeit würde bei vielen Verkehrsteilnehmern ein besseres Bewusstsein für zu hohes Tempo schaffen, so die Begründung der Behörden. Zu schnelles Fahren bleibt eine der häufigsten Unfallursachen im Straßenverkehr, weshalb die Polizei mit ihren Kontrollaktionen gezielt gegen diese Gefahr vorgehen will.



