Millionenprojekte: Kreistag berät über Brücken nach Usedom
Es war gewissermaßen nach dem schweren Autounfall auf der A20 sein erster Termin als offiziell von den Ärzten gesundgeschriebener Wirtschaftsminister, verkündete Wolfgang Blank am Montagabend in Wolgast.
Neue Wolgaster Brücke Ende 2029 befahrbar
Hierhin war er vom Kreistag Vorpommern-Greifswald eingeladen worden, um in der Sitzung einen Zwischenstand zum Baugeschehen an den beiden Brücken zur Insel Usedom in Wolgast und bei Zecherin im Süden zu geben. Ein Thema, das besonders am Tagungsort, der Stadt am Peenestrom, die unter dem Urlauberverkehr zur Ostseeinsel Usedom massiv leidet, großes Interesse fand. Immerhin, bei der Wolgaster Brücke laufen inzwischen die Vorarbeiten. Noch im Mai rechnet Blank damit, dass die Brückenbaustelle offiziell startet. Ende 2029, so der Plan, soll sie dann samt der Wolgaster Ortsumfahrung mit der Verkehrsfreigabe den Druck auf die Stadt am Peenestrom abmildern.
Planungen für Zecheriner Brücke starten
Bis dahin muss jedoch auch noch das andere Brückenbauwerk zur Insel durchhalten. Und auch bei der Zecheriner Brücke ist das Lebensende 2033 bereits deutlich in Sichtweite. Hier sollen in diesem Jahr zumindest die ersten beiden Planungsphasen erfüllt werden, so der Minister. Derweil steht mittlerweile fest, welche Brücke gebaut werden soll. Für eine feste Brückenkonstruktion hätte das Wasser- und Schifffahrtsamt eine Durchfahrtshöhe von 20 Metern gefordert, erläutert Referatsleiter René Müller aus dem Verkehrsressort des Landes. Dies hätte jedoch bedeutet, dass die Zufahrtsstraßen über Kilometer neu angelegt werden müssten – ein enormer Bau- und Finanzaufwand wäre die Folge gewesen. Das gleiche Problem schließt auch einen Tunnelbau aus, der von AfD-Mitglied Hartmut Baranowski hinterfragt wurde, so Müller. Auch hier hätten die Straßenkörper auf beiden Seiten der Brücke über Kilometer stark angepasst werden müssen.
Bewegliche Brücke bleibt bestehen
Stattdessen soll nun als Ersatzneubau erneut eine bewegliche Lösung, vermutlich wieder eine Klappbrücke, folgen. Das dürfte auch die Traditionsschiffe vom Haff und Achterwasser sowie die Segler aus dem Peenetal beruhigen, die mit ihren Masthöhen sonst diese wichtige Schnittstelle zwischen Peene, Peenestrom und Haff nicht mehr hätten passieren können. Ob die neue Brücke neben dem derzeitigen Brückenstandort gebaut wird und die alte Brücke während der Bauzeit somit noch befahrbar bleibt oder stattdessen eine Behelfsbrücke errichtet werden muss, steht bisher nicht fest. Das werde sich erst in der Planung ergeben, heißt es. Als Prämisse sei jedoch gesetzt, dass die Insel Usedom auch während der Bauphase immer über beide Brücken erreichbar sein soll – kurze baubedingte Einschränkungen eingerechnet.
Sanierungen an maroder Klappbrücke geplant
Ein Zeitfenster für den Brückenneubau gibt es zum aktuellen Stand bisher nicht. Dafür jedoch für anstehende Unterhaltungsmaßnahmen am Altbau, um dessen Lebensdauer zu verlängern und zu sichern. Diese umfassen im Juni 2026 die Umrüstung auf eine LED-Beleuchtung, im 4. Quartal dieses Jahres sollen Steuerelemente getauscht werden. Im Jahr 2027 steht dann wieder die turnusmäßige Asphalterneuerung auf dem Sanierungsprogramm.



