Brückensperrung in Nebeltal: Autofahrer umgehen Umleitung über verbotenen Mühlenweg
Im beschaulichen Nebeltal herrscht seit zwei Wochen erhöhter Verkehr auf einem eigentlich gesperrten Weg. Grund ist die vollständige Sperrung der Gewölbebrücke über die Nebel auf der Landesstraße zwischen Teterow und Krakow am See, die für etwa ein Jahr andauern wird. Viele Autofahrer weichen statt der offiziellen Umleitung über Krakow am See, Klueß und Teterow auf den Mühlenweg durch das Naturschutzgebiet aus - obwohl dieser nur für Anlieger und Schulbusse freigegeben ist.
Bürgermeister schlägt Alarm
Peter Hildebrandt, Bürgermeister des angrenzenden Ortes Kuchelmiß, beobachtet mit Sorge die Entwicklung. „Auf dem Mühlenweg entlang unserer schönen Wassermühle waren gleich am ersten Tag bei starkem Tauwetter drei dicke Lkw auf dem unbefestigten Weg unterwegs und sorgten für eine riesige Schlammschicht“, schildert der 65-Jährige. Dank der Unterstützung der Agrarproduktion Nebeltal konnte der Weg zwar wieder glatt gezogen werden, doch das Problem besteht weiter.
Auf dem teils unbefestigten Boden sowie Kopfsteinpflaster sind täglich zahlreiche Pkw und Transporter unterwegs. Die Wassermühle Kuchelmiß, ein beliebtes Ausflugsziel im idyllischen Nebeltal, liegt direkt an dieser Route. Die Straße ist jedoch für Kraftfahrzeuge aller Art gesperrt. Nur Anlieger - an dem Weg stehen nur wenige Wohnhäuser - dürfen hier entlang. Ebenso Schülerbusse, damit der Schulweg trotz der Brückensperrung nicht allzu lang wird.
Sicherheitsbedenken und Schäden
„Ich habe Sorge, dass eines Tages mal ein Unfall mit einem Schulbus passiert, da es auf dem einspurigen Mühlenweg so gut wie keine Ausweichflächen gibt“, sagt Hildebrandt. Zudem würden die Leute, die illegal auf dem Mühlenweg unterwegs sind, sehr schnell fahren, um nicht erwischt zu werden.
Der Mühlenweg weist durch den vielen Verkehr schon jetzt Löcher und tiefe Spurrillen auf. Die Polizei will hier nun ab und an Streife fahren. Auch die Kontaktbeamtin von Krakow am See/Lalendorf habe hier schon mehrfach für Ordnung gesorgt, berichtet der Bürgermeister.
Interessanterweise sollen die Straßenlöcher und Spurrillen auf dem Mühlenweg bewusst nicht ausgebessert werden. „Wir hoffen, damit die Autofahrer abzuschrecken, sodass sie die Umleitung und nicht den Mühlenweg nutzen“, erklärt Hildebrandt die ungewöhnliche Strategie.
Historische Brücke wird erneuert
Die Gewölbebrücke über die L11 wurde bereits 1907 errichtet. Sie war zunächst einspurig, wurde zu DDR-Zeiten aber verbreitert. An den Seiten weist das Bauwerk mittlerweile starke Schäden auf, wie das Landesstraßenbauamt mitteilt. Deshalb ist die Brücke seit Jahren bereits wieder auf eine Spur eingeengt.
Die Bauarbeiten im Detail:
- Im Januar begannen die Vorbereitungen für den Neubau der Brücke über dem historischen Gewölbe
- Im März soll die Asphaltdecke im Baubereich abgefräst werden
- Die zu erneuernden Brückenteile werden abgebrochen
- Spundwände werden eingebracht
- Eine Bohrpfahlgründung wird für das Fundament errichtet
- Es folgen der Bau der Fundamente und Widerlager
- Der Überbau der Brücke wird errichtet
- Abdichtungs- und Straßenbauarbeiten schließen sich an
Die einjährige Sperrung stellt somit eine erhebliche Belastung für die Verkehrssituation in der Region dar und führt zu den beschriebenen Problemen auf dem Mühlenweg. Ob die Strategie, die Schäden auf dem verbotenen Weg nicht zu reparieren, tatsächlich Autofahrer abschreckt, bleibt abzuwarten.



