107 Busse über Kopfsteinpflaster: Anwohner fordern Umleitung
Busse auf Kopfsteinpflaster: Anwohner fordern Umleitung

Allein werktags fahren etwa 107 tonnenschwere Busse über das alte Kopfsteinpflaster im Rostocker Bahnhofsviertel. Das hat Auswirkungen auf die Lärmbelastung für Anwohner und die Bausubstanz. Die Anwohner fordern eine Änderung der Umleitung, doch die Entscheidung lässt auf sich warten.

Hintergrund der Busumleitung

Seit zwei Jahren sind die Bewohner des Bahnhofsviertels mit den Folgen der Umleitung konfrontiert. Grund ist eine Baustelle in der Herweghstraße, die sich bis mindestens 2027 verzögert. Auch nach Abschluss der Arbeiten sind Bauarbeiten in der Blücherstraße geplant. Die Buslinien 22 und 23 werden durch das Viertel umgeleitet, was zu erheblichen Belastungen führt.

Auswirkungen auf Gebäude und Anwohner

Der Ortsbeiratsvorsitzende Hannes Möller (Linke) brachte das Thema auf die Tagesordnung der Bürgerschaft. Er beschrieb die Situation: „Kopfsteinpflasterstraßen werden zerfahren, historische Fassaden und Fundamente beginnen zu reißen.“ Die Denkmalbehörde fordert dringend, die Busse aus dem Gebiet zu nehmen. Auch das Tiefbauamt zeigt sich besorgt über die intensive Beanspruchung der Straßen und Gebäude.

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Vorschlag der RSAG

Die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) schlug vor, die Linie 22 aus dem Gebiet zu nehmen und direkt über die Rosa-Luxemburg-Straße zwischen Steintor und Hauptbahnhof fahren zu lassen. Die Linie 23 würde weiterhin auf der bestehenden Umleitungsstrecke verkehren. Die RSAG argumentiert, dass bei Wegfall der Umleitung ein großer Bereich des Bahnhofsviertels vom ÖPNV abgehängt wäre, einschließlich einer Schule und dem Handwerker-Bildungszentrum.

Forderung nach Asphaltstraßen

Hannes Möller forderte jedoch, die Busse auf asphaltierte Straßen umzuleiten. „Das sind wir den Gebäuden, dem Stadtbild und den Anwohnern schuldig“, sagte er. Der Dringlichkeitsantrag sieht vor, die Umleitung im Bereich des Schillerplatzes schnellstmöglich so anzupassen, dass ausschließlich asphaltierte Straßen genutzt werden.

Vertagung der Entscheidung

Die Bürgerschaft vertagte den Antrag auf Juni. Die Stadtverwaltung benötigt Zeit, um Alternativen zu prüfen. Senatorin Ute Fischer-Gäde (Grüne) zeigte Verständnis für die Sorgen der Anwohner und erklärte: „Wir nehmen die Debatte ernst.“ Gemeinsam mit den zuständigen Ämtern soll geklärt werden, ob es weitere Alternativen zum Vorschlag der RSAG gibt, insbesondere hinsichtlich der Linienführung und der Anbindung von Schule und Hauptbahnhof.

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