BVG und Verdi einigen sich: Keine Streiks mehr in Berlin - Wahl zwischen mehr Urlaub oder Geld
BVG und Verdi einigen sich: Keine Streiks mehr in Berlin

Einigung nach zähen Verhandlungen: BVG und Verdi schließen neuen Manteltarifvertrag

Nach monatelangen, intensiven Verhandlungen ist der Durchbruch gelungen: Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und die Gewerkschaft Verdi haben sich auf einen umfassenden neuen Manteltarifvertrag für die etwa 16.000 Beschäftigten verständigt. Diese Einigung bedeutet nicht nur erhebliche Verbesserungen für die Mitarbeiter, sondern auch das Ende der zuvor angekündigten Streikmaßnahmen im Berliner Nahverkehr.

Individuelle Wahlfreiheit als Kernstück der Vereinbarung

Ein zentrales Element des neuen Vertrags ist die individuelle Entscheidungsfreiheit der Beschäftigten. Diese können künftig selbst wählen, ob sie zusätzliche Arbeitszeit durch mehr Geld oder durch zusätzliche Freizeit ausgleichen möchten. „Mit diesem Abschluss setzen wir ein klares Zeichen: Arbeit ist wichtig, aber nicht alles“, betont Jenny Zeller-Grothe, BVG-Verhandlungsführerin und Vorständin für Betrieb und Personal.

Die Laufzeit des Vertrags erstreckt sich über 48 Monate und umfasst mehrere wesentliche Verbesserungen:

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  • Eine Einmalzahlung von 150 Euro für das Jahr 2026 (für Teilzeitkräfte anteilig)
  • Erhöhung des Urlaubsgeldes auf 600 Euro
  • Verbesserte Regelungen für Zusatzurlaub bei Nachtarbeit
  • Mindestruhezeit von 11 Stunden
  • Wendezeit von durchschnittlich 6 Minuten zwischen 22 und 6 Uhr, soweit dies betrieblich möglich ist

Urlaubsregelungen mit langfristiger Perspektive

Besonders bemerkenswert sind die vereinbarten Urlaubsverbesserungen. Ab dem Jahr 2027 erhöht sich der Urlaubsanspruch jährlich um jeweils einen zusätzlichen Tag. Ab 2029 haben die Beschäftigten Anspruch auf drei zusätzliche Urlaubstage. Auch hier besteht Wahlfreiheit: Die Mitarbeiter können entscheiden, ob sie diese zusätzlichen Urlaubstage tatsächlich nehmen oder stattdessen finanziell abgelten lassen.

Streiks als Verhandlungsinstrument

Verdi-Verhandlungsführer Serat Canyurt betont die Bedeutung der zuvor durchgeführten Streikmaßnahmen für den Verhandlungserfolg: „Die anfänglichen Startschwierigkeiten in dieser Tarifrunde konnten dank der Streiks in den vergangenen Wochen überwunden werden. Mit der Einigung liegt nun ein Paket auf dem Tisch, das sich sehen lassen kann.“

Die Verhandlungen zwischen BVG und Verdi begannen im Januar 2026 und erstreckten sich über insgesamt sechs Runden. Erst im vergangenen Jahr hatten beide Seiten bereits finanzielle Verbesserungen beschlossen, darunter eine Gehaltserhöhung um bis zu 20 Prozent im Jahr 2025.

Entlastung und bessere Arbeitsbedingungen

Jenny Zeller-Grothe fasst die Bedeutung der Einigung zusammen: „Wir haben hart um sinnhafte Verbesserungen und deutliche Entlastungen gerungen. Am Ende steht ein starkes Gesamtpaket, das unsere Mitarbeitenden durch mehr Urlaub entlastet, noch bessere Arbeitsbedingungen schafft und viel Wahlfreiheit gibt.“

Diese Vereinbarung markiert einen wichtigen Schritt für die Arbeitsbedingungen im Berliner Nahverkehr und bringt Planungssicherheit für beide Seiten. Die Fahrgäste können sich auf einen stabilen Betrieb ohne weitere Streikunterbrechungen freuen, während die Beschäftigten von spürbaren Verbesserungen ihrer Arbeitsbedingungen profitieren.

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