Chaos im Schienenersatzverkehr: Mutter fürchtet um Sicherheit ihrer Tochter in Ersatzbussen
Chaos im Schienenersatzverkehr: Mutter fürchtet um Tochter

Chaos im Schienenersatzverkehr: Mutter fürchtet um Sicherheit ihrer Tochter

Der Wechsel der Busflotte und Fahrer im Schienenersatzverkehr zwischen Schwerin und Hamburg hat für zahlreiche Fahrgäste zu erheblichen Problemen geführt. Das beauftragte Busunternehmen Ecovista kämpft nicht nur mit Qualitätsmängeln bei den eingesetzten Fahrzeugen, sondern auch mit offensichtlichen Orientierungsschwierigkeiten der neu eingesetzten Buslenker.

Verpasste Haltestellen und sprachliche Barrieren

Eine besorgte Mutter aus Lübtheen im Landkreis Ludwigslust-Parchim berichtet von gravierenden Mängeln auf der Ersatzbus-Linie. „Die kommen gar nicht klar“, sagt die Frau über die Fahrer, die ihrer Ansicht nach nicht ausreichend eingewiesen wurden. Seit dem Wechsel Anfang März sei es vorgekommen, dass Fahrer den Bahnhof in Pritzier einfach ausließen und nicht anfuhren.

In einem Fall musste die Mutter selbst eingreifen und den Fahrer auf Englisch bitten, den Bahnhof anzusteuern. Bei einer späteren Fahrt habe derselbe Fahrer ihr vorgeworfen, ihn dazu genötigt zu haben, und behauptet, Pritzier sei gar keine Haltestelle auf seiner Route. „Der hat sich total verkeilt und ist kaum wieder rausgekommen“, beschreibt sie eine Situation, in der der Busfahrer mehrfach falsch abbog und in ein Schweriner Wohngebiet geriet.

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Unerfahrene Fahrer und mangelnde Streckenkenntnis

Die Frau berichtet weiter, dass der von den Philippinen stammende Fahrer ihr erzählt habe, er sei vorher noch nie Linienbus gefahren, sondern immer nur Fernbus. Auf der ohnehin verspäteten Fahrt von Schwerin habe sie sich schließlich neben den Fahrer gestellt und ihn durch die Straßen gelotst, da das Navi falsch eingestellt gewesen sei.

Nicht nur die Orientierungslosigkeit der Fahrer bereitet der Mutter Kopfzerbrechen. Sie sei von anderen Fahrgästen angeschrien worden, der Bahnhof liege gar nicht auf der Strecke und sie wolle nur wegen ihres Autos dahin. Die größte Sorge gilt jedoch ihrer Tochter, die täglich von Lübtheen über Pritzier nach Schwerin zur Schule pendeln muss.

Angst vor allein zurückgelassener Tochter

„So wie es jetzt ist, kann ich meine Tochter nicht mitfahren lassen“, erklärt die besorgte Mutter. Angesichts der Verspätungen und ausgelassenen Stopps in Pritzier fürchtet sie, dass ihre Tochter spät am Abend allein an der Folgehaltestelle strandet oder bei Verspätungen den Anschlussbus verpasst. In ihrem jungen Alter und wegen der Sprachbarrieren könne sich das Mädchen nicht gegen den Fahrer oder andere Fahrgäste durchsetzen.

Die Mutter sieht sich nun gezwungen, ihre Tochter selbst nach Schwerin zu bringen. Auch ihre Eltern würden angesichts der Problematik von Fahrten im Ersatzbus absehen. Dabei habe der Ersatzverkehr, der seit Anfang August 2025 läuft, nach anfänglichen Schwierigkeiten zunächst gut funktioniert.

Unternehmen entschuldigt sich und verspricht Besserung

Ecovista räumt auf Anfrage ein, dass es im Schienenersatzverkehr zwischen Hamburg und Berlin aktuell zu Einschränkungen kommen kann. Grund dafür sei eine Änderung beim Fahrzeugleasing. „Seit Sonntag sind wir mit einer neuen Busflotte unterwegs und der Betrieb muss sich noch einfahren“, erklärt das Unternehmen. Die betroffene Kundin wird um Entschuldigung gebeten, und man verspricht, alles dafür zu tun, dass der Betrieb schnellstmöglich wieder reibungslos läuft.

Politische Reaktionen und Ausblick

Die Grünen-Fraktion im Schweriner Landtag hat angesichts der Qualitätsprobleme die Deutsche Bahn aufgefordert, den Auftrag für den Ersatzverkehr umgehend neu zu vergeben. Am 13. März will die Bahn einen Plan vorlegen, wann die Sanierung der Strecke Berlin-Hamburg abgeschlossen ist und der Ersatzverkehr endet. Bis dahin bleibt für viele Fahrgäste, insbesondere für Schüler und besorgte Eltern, die Unsicherheit im täglichen Pendelverkehr bestehen.

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