Ecovista reagiert auf massive Kritik: Vertragskonforme Busse im Einsatz
Im Schienenersatzverkehr auf der wichtigen Strecke Hamburg-Berlin hat das Busunternehmen Ecovista nach wochenlangen Vorwürfen und Beschwerden offenbar reagiert. Nach Angaben des Landkreises Prignitz sind seit Donnerstag, dem 19. März 2026, alle Busse ausgetauscht worden, die nicht den vertraglichen Anforderungen entsprachen. Die Bahn-Tochter DB InfraGO, die für die Bahninfrastruktur verantwortlich ist, bestätigte diesen Schritt.
Landrat begrüßt Lösung für Pendler
Landrat Christian Müller (SPD) zeigte sich erleichtert über die Entwicklung: „Ich freue mich, dass die geäußerte Kritik am Ersatzverkehr ernst genommen wurde und die Akteure eine Lösung im Interesse der Pendlerinnen und Pendler gefunden haben.“ Seit dem 1. März habe Ecovista weder die vertraglich vereinbarte Verkehrsleistung erbracht noch hätten die Fahrzeuge den vereinbarten Qualitätsstandards entsprochen. Der Landkreis hatte sich intensiv für eine Verbesserung der Situation eingesetzt.
Müller hatte sich sogar an den Brandenburger Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) und Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) gewandt, um auf die gravierenden Probleme im Ersatzverkehr hinzuweisen. Ursprünglich war der Austausch der nicht konformen Fahrzeuge bereits für Montag, den 16. März, angekündigt worden, begann aber erst am Freitag, dem 13. März.
Wochenlange Beschwerden über marode Busse
Seit August des vergangenen Jahres ist Ecovista für die Abwicklung des Bus-Ersatzverkehrs während der Sanierung der Bahnstrecke Hamburg-Berlin zuständig. Die Busse fahren unter anderem von der Prignitz nach Hamburg, Schwerin, Osterburg und Brieselang. Aufgrund eines heftigen Streits mit dem Kapitalgeber musste das Augsburger Unternehmen in den vergangenen Wochen die gesamte Busflotte austauschen und europaweit nach Ersatzfahrzeugen suchen.
Die Folgen waren für Fahrgäste deutlich spürbar:
- Klappernde und technisch mangelhafte Busse
- Defekte Türen und kaputte Knöpfe
- Heraus hängende Kabel und verschimmelte Sitze
- Allgemein marode Fahrzeugzustände
DB InfraGO hatte Ecovista zuletzt mehrfach abgemahnt und sogar mit einer Vertragskündigung gedroht. Der intensive Austausch zwischen dem Unternehmen und der Bahn-Tochter führte schließlich zur aktuellen Lösung.
Verwirrung um Fahrplanänderungen und Bauverzögerungen
Parallel zur Busproblematik gibt es aktuell weitere Verwirrungen für Fahrgäste. Technisch ist es derzeit möglich, bei der Deutschen Bahn online Bahnfahrten ab dem 1. Mai von und nach Wittenberge zu buchen. Ursprünglich sollte zu diesem Zeitpunkt die Streckensperrung beendet sein, doch die Bauarbeiten verzögern sich um etwa sechs Wochen.
Der Landkreis Prignitz informiert, dass real gebuchte Fahrten ab dem 1. Mai noch nicht möglich sind. Nach Angaben der DB InfraGO wird ein Zeitraum von ein bis zwei Wochen benötigt, um die Fahrplanauskünfte entsprechend anzupassen. Dies führt momentan zu einer Übergangssituation in der Auskunft.
Beim Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) schätzt man diese Zeitangabe als optimistisch ein, da die Fahrpläne umgestellt werden müssen und dafür umfangreiche Absprachen mit den Verkehrsunternehmen erforderlich sind. Der Schienenersatzverkehr mit Bussen soll voraussichtlich noch bis Mitte Juni weitergehen, bis die Bauarbeiten an der Strecke Hamburg-Berlin abgeschlossen sind.



