EVG-Chef fordert Bahn-Rabatte als Antwort auf hohe Spritpreise
EVG-Chef fordert Bahn-Rabatte bei hohen Spritpreisen

EVG-Chef Burkert fordert drastische Bahn-Rabatte als Gegenmittel zu explodierenden Spritpreisen

In der hitzigen Debatte um die aktuell extrem hohen Spritpreise bringt Martin Burkert, Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bahn, radikale Entlastungsmaßnahmen ins Spiel. Statt sich von den Ölkonzernen „an der Nase herumführen zu lassen“, solle die Politik das Staatsunternehmen Deutsche Bahn als Instrument nutzen, so Burkert gegenüber der „Bild am Sonntag“.

Konkrete Vorschläge: 30 Prozent auf Deutschlandticket und bis zu 50 Prozent im Fernverkehr

Burkert schlägt einen befristeten Rabatt von 30 Prozent auf das Deutschlandticket sowie Preissenkungen im Fernverkehr von bis zu 50 Prozent vor. „Das wäre eine schnelle und wirksame Entlastung für die Bürger“, argumentiert der Gewerkschaftschef. Bei einem aktuellen Preis von 63 Euro monatlich würde ein 30-prozentiger Rabatt den etwa 14 Millionen Ticketinhabern fast 20 Euro Ersparnis pro Monat bringen.

Finanzierungsfrage könnte Debatte um Deutschlandticket neu entfachen

Die Finanzierung solcher Rabatte wirft jedoch erhebliche Fragen auf. Das Deutschlandticket wird derzeit von Bund und Ländern sowie durch Verkaufserlöse finanziert, wobei beide Ebenen jährlich jeweils 1,5 Milliarden Euro beisteuern. Zuletzt zeigten weder Bund noch Länder Bereitschaft, zusätzliche Mittel bereitzustellen – was zum schrittweisen Preisanstieg des Tickets um 14 Euro seit Einführung im Mai 2023 beitrug. Sollte ein Rabatt gewährt werden, dürfte die Debatte um die nachhaltige Finanzierung des Tickets erneut aufflammen.

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Deutsche Bahn in finanzieller Schieflage: Verlust von 2,3 Milliarden Euro im Jahr 2025

Die Deutsche Bahn selbst befindet sich in einer prekären finanziellen Lage. Der Konzern verzeichnete im Jahr 2025 einen Verlust von rund 2,3 Milliarden Euro, was etwa 0,5 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr entspricht. Zwar erzielte die Fernverkehrssparte einen operativen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 45 Millionen Euro, blieb damit jedoch deutlich hinter den Erwartungen zurück. Bahnchefin Evelyn Palla kündigte für den Fernverkehr bereits ein Sanierungsprogramm an.

Die Frage, wie Rabatte im Fernverkehr finanziert werden könnten, bleibt somit offen. Günstigere Tickets würden zwar die Nachfrage nach Bahnfahrten voraussichtlich deutlich ankurbeln, doch die Bahn selbst dürfte angesichts der roten Zahlen abwinken. Burkerts Vorschlag stellt daher eine politische Herausforderung dar, die über reine Verkehrspolitik hinausgeht und tief in die Haushaltsdebatten von Bund und Ländern eingreift.

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