In Neubrandenburg sorgt die Aufstellung von Fahrradbügeln in der Turmstraße für Diskussionen. Ratsherr Steven Giermann (CDUplus) hatte bereits vor zwei Jahren die Installation neuer Abstellmöglichkeiten gefordert. Nun, im Frühjahr 2026, wird endlich ein erster Schritt umgesetzt: Auf Höhe der Scheele-Apotheke werden Anlehnbügel eingebaut, was bis zum 6. Mai zu Verkehrseinschränkungen führt. Doch Giermann sieht dies nur als Teilerfolg und kritisiert die langsame Umsetzung.
Versprechen oder nicht? Die Debatte um den Beschluss
Giermann erinnert daran, dass die Aufstellung der Bügel in der Turmstraße bereits vor rund zwei Jahren zugesagt worden sei. In einer Anfrage an Oberbürgermeister Nico Klose (parteilos) schrieb er, die Bügel seien beschafft, aber nicht aufgestellt worden. Die Stadtverwaltung widerspricht dieser Darstellung. Laut Klose gebe es keinen konkreten Beschluss zur Aufstellung in der Turmstraße. Der Beschluss zum Landesprogramm „Re-Start Lebendige Innenstädte M-V“ habe lediglich die allgemeine Beschaffung von Innenstadtmobiliar vorgesehen.
27 Bügel beschafft, aber nicht alle installiert
Aus dem Programm wurden insgesamt 27 Anlehnbügel für 7435 Euro angeschafft, davon 5948 Euro Fördermittel und 1487 Euro städtischer Eigenanteil. Ein Teil der Bügel sei bereits im Fördergebiet installiert, weitere Standorte würden geprüft, so Klose. Welche Standorte das sind, ließ er offen. Als Hindernisse für eine schnelle Aufstellung nennt die Verwaltung die Suche nach städtebaulich verträglichen Standorten, die unterirdische Leitungsinfrastruktur und die Notwendigkeit einer dauerhaften Befestigung. Die für die Turmstraße vorgesehenen Bügel seien über Bodensysteme demontierbar. Geplant sei eine weitere Aufstellung zwischen der Scheele-Apotheke und der Gaststätte „Uns Eck“, in Abstimmung mit den Versorgungsträgern.
Giermann kritisiert Planung: Leitungen sind bekannt
Giermann lässt die technischen Begründungen nicht gelten. Auf Nachfrage erklärte er, dass Leitungsverläufe bekannt seien und bereits bei der Beschaffung hätten berücksichtigt werden müssen. Sitzmöbel und Pflanzkübel seien längst aufgestellt worden, während die Fahrradständer auf sich warten ließen. „Niemand will sein E-Bike zwei Kilometer vom Laden entfernt anschließen“, betont Giermann. Wer den Innenstadthandel unterstützen wolle, müsse Abstellmöglichkeiten auf der gesamten Turmstraße schaffen. Er fordert eine dezentrale Verteilung der Bügel über den gesamten Boulevard.
Bedarf an Fahrradabstellplätzen: Ergebnisse des ADFC-Klimatests
Wie groß der tatsächliche Bedarf an Fahrradabstellplätzen in Neubrandenburg ist, lässt sich grob anhand des ADFC-Fahrradklimatests 2024 abschätzen. Damals bewerteten rund 213.000 Teilnehmer bundesweit die sicheren Abstellanlagen mit der Schulnote 3,85 – eine leichte Verbesserung, aber immer noch ausreichend. Der nächste Test läuft 2026 in der zwölften Auflage. Vom 1. September bis zum 30. November können Radfahrer auch in Neubrandenburg ihre Bewertung abgeben.
Teilerfolg für Giermann: Installation an der Apotheke beginnt
Für Giermann ist die nun anlaufende Installation an der Apotheke ein Teilerfolg. Er ist überzeugt, dass seine Anfrage Bewegung in die Sache gebracht hat. Wann und wo die übrigen Bügel aufgestellt werden, bleibt jedoch offen. Die Stadtverwaltung prüft weiterhin mögliche Standorte und will die Bügel nach und nach installieren.



