Kfz-Handwerk in Ostvorpommern: Werkstatt-Schließungen werden durch Neugründungen ausgeglichen
Das Kfz-Handwerk im östlichen Mecklenburg-Vorpommern steht vor Veränderungen, doch die Sorgen um einen flächendeckenden Rückgang der Werkstätten sind unbegründet. Laut der Kfz-Innung Neubrandenburg hat sich die Anzahl der Betriebe in der Region stabilisiert, nachdem in den vergangenen Jahren ein Trend zu Schließungen zu beobachten war. Die Entwicklung zeigt, dass das Handwerk trotz Herausforderungen wie dem Generationswechsel und der Elektromobilität zukunftsfähig bleibt.
Stabile Betriebszahlen trotz einzelner Schließungen
Bernfried Winkler, langjähriges Mitglied der Kfz-Innung Neubrandenburg, erklärt: „Vor ein paar Jahren hat sich ein Trend abgezeichnet, dass Werkstätten geschlossen haben. Dafür gibt es im Bestand mittlerweile einen Ausgleich.“ Aktuell zählt die Innung 93 geprüfte Mitgliedsbetriebe, hinzu kommen weitere Werkstätten ohne Mitgliedschaft. Die Zahlen der Industrie- und Handelskammer (IHK) Neubrandenburg bestätigen diesen Trend: Im vergangenen Jahr wurden 36 Kfz-Werkstätten aufgegeben, während 37 neue Betriebe gegründet oder eröffnet wurden. Für das laufende Jahr verzeichnete die IHK bis Ende Februar bereits zwölf Neugründungen gegenüber nur einer Schließung.
Ausbildung und Elektromobilität als Zukunftsthemen
Ein wichtiger Faktor für die Stabilität des Kfz-Handwerks ist die verbesserte Ausbildung. Im Regionalen Beruflichen Bildungszentrum (RBB) in Torgelow entsteht derzeit eine neue Kfz-Ausbildungshalle, finanziert vom Landkreis. Diese Investition soll den neuen Herausforderungen, insbesondere im Bereich der Elektromobilität, gerecht werden. „Die Technik hat sich enorm schnell entwickelt. Künstliche Intelligenz wird immer mehr auch im Kfz-Bereich zunehmen“, betont Winkler. Speziallehrgänge für den Umgang mit Hochvoltanlagen bereiten Auszubildende und Gesellen auf Hybrid- und Elektrofahrzeuge vor, deren Anteil in der Region derzeit bei etwa zehn Prozent liegt.
Herausforderungen für regionale Vertragshändler
Trotz der positiven Gesamtentwicklung gibt es spezifische Schwierigkeiten. Der Trend bei herstellergebundenen Werkstätten, den sogenannten Vertragshändlern, ist rückläufig. Insbesondere regionale Vertragshändler haben mit der Konkurrenz durch Online-Bestellungen und große Händler zu kämpfen, was oft zu Übernahmen führt. Winkler stellt klar: „Regional unterschiedlich werden Kfz-Werkstätten geschlossen und neue öffnen.“ Diese Dynamik sorgt jedoch für einen Ausgleich, sodass Kunden weiterhin lokale Reparatur- und Wartungsmöglichkeiten vorfinden.
Die Attraktivität des Berufs zeigt sich auch in der Ausbildung: Die Zahl der Auszubildenden zum Mechatroniker hat sich stabilisiert und in einigen Klassen sogar erhöht. Dies spricht für das Interesse an einer Karriere im Kfz-Handwerk, einschließlich der Weiterbildung zum Kfz-Meister. Die Region Ostvorpommern ist somit gut aufgestellt, um ihren Stand zu halten und den technologischen Wandel zu meistern.



