Keine Kürzungen im Regionalzugverkehr: Man könnte es sich einfach machen und dieses Versprechen von Landesverkehrsministerin Lydia Hüskens (FDP) als Wahlkampfmanöver abtun. Da schlägt eine Ministerin, die ausgehend von den aktuellen Umfragen im September sehr wahrscheinlich ihr Amt verlieren wird, noch eben Pflöcke ein, in der Hoffnung, der politischen Todeszone doch noch zu entgehen.
Die Wirklichkeit ist aber komplizierter. Hüskens verspricht ja keine großen Sprünge, sondern lediglich den Erhalt des Status Quo samt kleiner Verbesserungen. Das ist vernünftig, denn Nahverkehr ist ein langfristiges Geschäft: An die Verkehrsverträge, die die Landesnahverkehrsgesellschaft gerade ab 2030 vorbereitet, werden auch künftige Landesregierungen lange gebunden sein. Laufzeiten von zwölf bis 15 Jahren sind die Regel, damit der Betrieb sich für die Bahn-Unternehmen überhaupt lohnt. Da erscheint es angesichts knapper Kassen richtig, mit Augenmaß vorzugehen.
Das Land sollte weder übervorsichtig schon jetzt das Angebot reduzieren noch zu großzügig Zugverbindungen bestellen, von denen einige dann wegen Geldmangels womöglich wieder gestrichen werden müssten – sehr zum Ärger vieler Fahrgäste. Diesen schmerzhaften Schritt mussten andere Bundesländer bereits gehen. Sachsen-Anhalt sollte sich das ersparen.



