Krieg im Nahen Osten lässt Spritpreise steigen: Tankstellen in Ostdeutschland beobachten Zurückhaltung
Der eskalierende Konflikt im Nahen Osten hat direkte Auswirkungen auf die Spritpreise in Deutschland. Tankstellenbetreiber in den ostdeutschen Bundesländern und Berlin berichten von einer spürbaren Zurückhaltung an den Zapfsäulen, während die Preise kontinuierlich klettern. Experten warnen bereits vor einer baldigen Überschreitung der psychologisch wichtigen Zwei-Euro-Marke für Superbenzin.
Zurückhaltung statt Hamsterkäufe an den Tankstellen
Hans-Joachim Rühlemann, Vorsitzender des Verbands des Garagen- und Tankstellengewerbes Nord-Ost, bestätigt diese Beobachtung. „Hamsterkäufe sind noch nicht passiert“, sagte Rühlemann in einer ersten Einschätzung der aktuellen Situation. „Das kennen wir noch aus der Corona-Zeit: Die Menschen halten sich zurück und vergleichen die Preise.“ Der Verband vertritt die Interessen von Tankstellenbetreibern in den neuen Bundesländern und der Hauptstadt Berlin.
Rühlemann rechnet damit, dass die Preise täglich weiter steigen werden. „Wenn die Lage noch längere Zeit so bleibt, werden wir die Zwei-Euro-Marke überschreiten“, prognostiziert der Experte. Als praktischen Rat gibt er Autofahrern mit auf den Weg: „Lieber heute als morgen tanken.“ Zum Zeitpunkt seiner Aussage lag der Preis für einen Liter Super (E5) bei durchschnittlich 1,93 Euro.
Historischer Vergleich und tägliche Preisschwankungen
Während der Corona-Krise erreichten die Spritpreise bereits historische Höchststände. Damals kostete der Liter Super zeitweise bis zu 2,20 Euro. Rühlemann wies außerdem auf die typischen täglichen Preisschwankungen hin: „Morgens sei es an der Zapfsäule in der Regel am teuersten, abends günstiger.“ Diese Information könnte für preisbewusste Autofahrer von praktischem Nutzen sein.
Geopolitische Ursachen: Eskalation im Nahen Osten
Die aktuelle Preisentwicklung hat konkrete geopolitische Ursachen. Am vergangenen Wochenende griffen Israel und die USA den Iran an. Der Iran reagierte nicht nur mit Gegenangriffen, sondern schränkte auch den Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Straße von Hormus ein. Diese Meerenge gilt als eine der wichtigsten Engstellen des weltweiten Öltransports. Jede Störung in dieser Region hat unmittelbare Auswirkungen auf den globalen Ölmarkt und damit auch auf die Benzinpreise an deutschen Tankstellen.
Die Kombination aus militärischen Auseinandersetzungen und Handelsbeschränkungen in einer der ölreichsten Regionen der Welt sorgt für erhebliche Unsicherheit auf den Energiemärkten. Diese Unsicherheit schlägt sich in steigenden Preisen nieder, die Verbraucher direkt an der Tankstelle zu spüren bekommen.



