48-Stunden-Pilotenstreik legt Lufthansa-Flüge lahm
Ein umfassender 48-stündiger Pilotenstreik bei der Deutschen Lufthansa hat am Donnerstag, dem 12. März 2026, zu erheblichen Flugausfällen an den wichtigsten Drehkreuzen des Unternehmens geführt. In Frankfurt am Main wurden rund 400 von insgesamt 1165 geplanten Flugbewegungen gestrichen, während am Münchner Flughafen etwa 230 von 800 Starts und Landungen betroffen waren. Trotz dieser massiven Einschränkungen blieb die Situation an den Flughäfen erstaunlich ruhig.
Ruhige Terminals trotz Streikauswirkungen
Ein Sprecher des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport betonte, dass in den Terminals ein ganz normaler Betrieb herrsche. Lediglich in den Bereichen, die speziell der Lufthansa zugeordnet sind, war deutlich weniger los als üblich. An weiteren deutschen Flughäfen waren hauptsächlich Zubringer-Verbindungen zu den Drehkreuzen Frankfurt und München von den Streikfolgen betroffen. Interessanterweise wurden andere Gesellschaften innerhalb des Lufthansa-Konzerns wie Eurowings nicht bestreikt und konnten ihren Betrieb weitgehend aufrechterhalten.
Lufthansa garantiert mindestens 50 Prozent Flugbetrieb
Das Unternehmen selbst gab bekannt, dass mindestens die Hälfte der eigenen Flüge planmäßig starten würde. Bei Langstreckenverbindungen lag diese Quote sogar bei etwa 60 Prozent. Ein Grund dafür ist, dass auf diesen Routen häufig auch Führungskräfte am Steuer sitzen, die ihre Fluglizenzen aktiv aufrechterhalten haben und somit flugtauglich sind. Für Freitag wird bereits eine leichte Entspannung der Situation erwartet, da die Teilgesellschaft Lufthansa Cityline nur einen Tag lang bestreikt wird. Diese Gesellschaft bedient vor allem kleinere Regionalflughäfen und verbindet diese mit den großen Drehkreuzen.
Gewerkschaftliche Strategie mit gezielter Streikwirkung
Die Pilotenvereinigung Cockpit (VC) räumte ein, dass dieser Ausstand schwächer ausfällt als die erste Streikwelle vor vier Wochen. Dennoch rechnet die Gewerkschaft mit etwa 300 ausgefallenen Starts pro Tag, was nach Ansicht von VC-Chef Andreas Pinheiro ausreichend sei, um die gewünschte Streikwirkung zu erzielen. Diese Vorgehensweise ist Teil einer durchdachten gewerkschaftlichen Strategie. Die VC hatte über 5000 Piloten von Lufthansa, Lufthansa Cargo und Cityline zum 48-Stunden-Ausstand aufgerufen, der um Mitternacht begann. Während es bei Cityline primär um höhere Gehälter geht, stehen bei Cargo und der Kerngesellschaft vor allem Verbesserungen bei den Betriebsrenten im Mittelpunkt der Verhandlungen.



