Lufthansa-Streik am Donnerstag: Droht Chaos am Münchner Flughafen?
Die Lufthansa steht am Donnerstag vor massiven operativen Herausforderungen. Nach einer kurzfristigen Streikankündigung der Gewerkschaften Cockpit und Ufo kämpft die größte deutsche Fluggesellschaft mit der Aufstellung ihrer Flugpläne. Das Unternehmen erwartet umfangreiche Flugstreichungen, kann jedoch aufgrund der dynamischen Situation noch keine konkreten Zahlen nennen. Auch detaillierte Angaben zu den Auswirkungen an einzelnen Flughäfen sind derzeit nicht möglich.
München als zweites Drehkreuz im Fokus
Der Flughafen München ist als zweites internationales Drehkreuz der Lufthansa nach Frankfurt besonders betroffen. Von hier aus werden weltweit 137 Ziele angeflogen, darunter transatlantische Verbindungen in die USA mit den stationierten A380-Riesenflugzeugen. Im Gegensatz dazu bietet der Flughafen Nürnberg laut aktuellem Flugplan nur noch eine von der Lufthansa betriebene Verbindung nach Frankfurt an.
Passagiere sollen umgebucht werden
Die Lufthansa plant, betroffene Passagiere per E-Mail über Änderungen zu informieren. Wo möglich, sollen Fluggäste auf andere Airlines des Konzerns oder Partnerfluggesellschaften umgebucht werden. Für Inlandsflüge besteht alternativ die Möglichkeit, auf die Bahn umzusteigen. Diese Maßnahmen sollen die Reisenden vor größeren Unannehmlichkeiten bewahren.
Hintergrund: Kostensenkung und Tarifkonflikte
Der Streik entzündet sich an den Plänen der Lufthansa-Chefetage, die hohen Kosten zu reduzieren. Dazu soll ein Teil des Personals in die kostengünstigeren Flugbetriebe Lufthansa City Airlines und Discover ausgelagert werden, die ihren Angestellten geringere Gehälter zahlen. Die City Airlines, bisher nur in München aktiv, fliegt seit dieser Woche auch ab Frankfurt. Die Konzernspitze plant, die Flotte dieser Tochtergesellschaft bis Jahresende auf 25 Flugzeuge zu vergrößern.
Bereits im Herbst hatten die Piloten der Lufthansa in einer Urabstimmung für Streiks gestimmt. Die Gewerkschaften sehen die geplanten Personalverlagerungen als unverhältnismäßig an, während das Unternehmen den Streik als überzogen kritisiert. Die unsichere Lage am Donnerstag unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen Arbeitgeber und Beschäftigten.



