Zweiter Streiktag bei Lufthansa: Fluggäste weiterhin von massiven Ausfällen betroffen
Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) setzt ihren am Donnerstag begonnenen Streik bei Deutschlands größter Fluggesellschaft fort. Auch am Freitag müssen sich Fluggäste der Lufthansa auf erhebliche Ausfälle und Verspätungen einstellen. Die Airline rechnet erst für Samstag wieder mit einem regulären Flugplan.
Gegensätzliche Angaben zu den Ausfallzahlen
Die Tarifparteien haben sich in einem erbitterten Streit um die tatsächlichen Auswirkungen des Arbeitskampfes verkeilt. Lufthansa hatte für beide Streiktage einen Sonderflugplan aufgestellt, nach dem mindestens die Hälfte des üblichen Programms stattfinden sollte. Bei Fernflügen werde sogar 60 Prozent erreicht, teilte das Unternehmen mit. Dieses Programm finde wie geplant statt.
Dem widerspricht die Vereinigung Cockpit entschieden: Nach Gewerkschaftsangaben seien bis zum Nachmittag 70 Prozent der Flugzeuge am Boden geblieben. Die VC hatte von einer hohen Beteiligung der Beschäftigten an dieser bereits zweiten Streikwelle berichtet.
Auswirkungen an den Drehkreuzen Frankfurt und München
Nach Informationen der Flughafenbetreiber fielen am ersten Streiktag in Frankfurt rund 400 von 1.165 geplanten Starts und Landungen aus. In München wurden 230 von etwa 800 Flugbewegungen gestrichen. Diese Zahlen beziehen sich zwar auf alle Fluggesellschaften, die Ausfälle sind jedoch wesentlich der Lufthansa zuzuordnen.
Für den zweiten Streiktag prognostizieren die Flughäfen weiterhin hunderte gestrichene Flüge, vor allem an den Drehkreuzen Frankfurt und München. In München soll die Zahl der Absagen am Freitag auf etwa 180 fallen.
Unterschiedliche Streikziele bei Konzerngesellschaften
Die Regionaltochter Lufthansa Cityline startet am Freitag wieder ihren Betrieb, da sie nur einen Tag lang bestreikt werden sollte. Die Teilgesellschaft übernimmt mit 30 Flugzeugen wichtige Zubringerverkehre von kleineren Flughäfen an die Drehkreuze.
Während es im Tarifkonflikt bei der Regionaltochter Cityline um eine Anhebung der Gehälter geht, streiten die Tarifpartner bei der Cargo und der Kerngesellschaft Lufthansa um höhere Betriebsrenten. Bereits am 12. Februar hatten die Piloten mit ihrem Tarifkonflikt um die Betriebsrenten einen Großteil der Lufthansa-Flüge ausfallen lassen.
Maßnahmen der Lufthansa zur Minimierung der Auswirkungen
Lufthansa hatte angekündigt, größere Flugzeuge einzusetzen, Flüge von nicht bestreikten Konzernairlines erledigen zu lassen und freiwillige Crews einzusetzen. An diesen Planungen für beide Streiktage habe es keine Änderungen mehr gegeben, betonte eine Sprecherin des Unternehmens. Laut VC werden auch Subunternehmen eingesetzt, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.
Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hat mehr als 5.000 Beschäftigte zu diesem 48-Stunden-Streik aufgerufen, der die deutsche Luftverkehrslandschaft erneut massiv beeinträchtigt.



